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Trotz Sehnsucht nach Großfamilie: Generationen bleiben unter sich

Trotz Sehnsucht nach Großfamilie: Generationen bleiben unter sich

Die Zahl der Haushalte, in denen Kinder, Eltern und Großeltern zusammenleben, ist drastisch geschrumpft – obwohl viele Menschen gerne in einer Großfamilie leben würden. Auch moderne Wohnprojekte, wie sie aktuell in der Region entstehen, ändern daran nichts.

Wunsch und Realität klaffen oft weit auseinander. Statistiken zeigen, dass dies auch für die Art und Weise gilt, wie Menschen leben wollen. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov würde fast die Hälfte der Deutschen (44 Prozent) gerne mit mehreren Generationen unter einem Dach leben. Kinder, Eltern, Großeltern. Eine große Familie, mit der man Alltag und Arbeit, Sorgen und Freuden teilt.

Die Realität sieht jedoch völlig anders aus. In gerade einmal 0,5 Prozent aller Haushalte ist das noch der Fall. In den vergangenen 20 Jahren ist die Zahl der Mehrgenerationenhaushalte laut Statistischem Bundesamt um mehr als 40 Prozent gesunken - deutschlandweit gibt es nun lediglich noch 209.000 Hausgemeinschaften, die so leben.
Auf dem Land ist ihr Anteil etwas größer als in der Stadt. Doch auch dort ist es längst zur Ausnahme geworden, dass Enkel und Großeltern sich den Küchentisch teilen. In drei Vierteln der Haushalte lebt nur eine einzige Generation. Sind es zwei, so handelt es sich meist um Eltern mit ihren Kindern (knapp 27 Prozent der Haushalte). Verschwindend gering ist der Anteil Erwachsener aus der mittleren Generation, die mit ihren Eltern zusammenleben (0,7 Prozent).
Dabei gibt es seit Jahren eine Gegenbewegung: Menschen schließen sich in Wohnprojekten zusammen, um von der Nähe zwischen Jung und Alt zu profitieren. Die Älteren passen auf die Kinder auf, die Jüngeren übernehmen Fahrdienste oder körperlich schwere Arbeit.

Rund 30 solcher Projekte gibt es laut Sozialministerium in Rheinland-Pfalz. Das Land wirbt für diese Modelle - und fördert sie auch finanziell. "In der Region Trier ist das noch relativ neu und muss erst vorgelebt werden", sagt Helga Büdenbender von der zak Wohnpakt Genossenschaft, die in Trier ein Mehrgenerationenhaus mit 21 Wohnungen baut. Vor den Toren Wittlichs wird ein großes Baugebiet als Mehrgenerationendorf vermarktet. Ein Bürgerverein sorgt dort dafür, dass die Menschen sich kennenlernen und unterstützen. Auch für die Bitburger Housing und ein Südeifeler Hofgut gibt es ähnliche Ideen. Ideen, die Menschen verschiedener Altersklassen gefallen. Die Mehrzahl derer, die sich tatsächlich für eine solche Wohnform entscheiden, sind jedoch Ältere.