Trotz Störfällen und Fukushima: Franzosen weiter für Atomkraft

Trotz Störfällen und Fukushima: Franzosen weiter für Atomkraft

Die Reihe der Zwischenfälle im Atomkraftwerk Cattenom reißt nicht ab. Dennoch sind auch ein Jahr nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima noch die Mehrzahl der Franzosen für die Kernkraft.

Cattenom/Paris. Erneuter Zwischenfall in Cattenom: Am Samstagmorgen ist die Produktionseinheit Nummer zwei des französischen Atomkraftwerks automatisch heruntergefahren worden. Wie die Betreibergesellschaft EDF mitteilt, blieb der Vorfall ohne Folgen für die Anlagen, die Sicherheit des Personals und die Umwelt.
Laut EDF werden die Installationen derzeit von Technikern überprüft, um die Einheit Nummer zwei schnellstmöglich wieder ans Netz zu bringen. Reaktor Nummer zwei war erst am Freitag vor einer Woche nach einer Panne wieder eingeschaltet worden. Am 21. Februar war es in der gleichen Produktionseinheit zum Ausfall eines Alternators gekommen. Bereits am 10. Februar war der Reaktorblock wegen einer weiteren Alternator-Panne abgeschaltet worden. Bei dem Zwischenfall handelt es sich demnach um die dritte Panne im Block Nummer zwei innerhalb eines Monats. Aber trotz der vielen Zwischenfälle in dem Werk nahe der deutschen Grenze und ein Jahr nach der Atomkatastrophe von Fuku shima sind nur 13 Prozent der Franzosen nach einer aktuellen Umfrage gegen die Nutzung der Atomkraft im eigenen Land. 42 Prozent der Franzosen äußerten sich beunruhigt über den Betrieb der französischen Atomreaktoren. Im Jahr der Katastrophe waren dies noch 56 Prozent gewesen. Bei der repräsentativen Umfrage des Ifop-Instituts für die Website atlantico.fr wurden 992 Franzosen im Erwachsenenalter befragt.
Die Atomkraft ist im französischen Wahlkampf kaum ein Streitthema, obwohl es die Grünen zu thematisieren suchen. Das stärkste Lager der Atom-Befürworter stellt Präsident Nicolas Sarkozys konservative UMP-Partei mit 71 Prozent. Auch bei den Anhängern der Sozialisten überwiegen die Befürworter mit 31 Prozent, während sich 15 Prozent dagegen aussprachen. Selbst unter den Anhängern der Grünen befürworteten 18 Prozent die Atomkraft. dpa/red