Über 1,5 Millionen Euro veruntreut: Staatsanwalt klagt Behördenmitarbeiter an

Kriminalität : Über 1,5 Millionen Euro veruntreut: Staatsanwalt klagt Behördenmitarbeiter an

Ein 59-jähriger Eifeler soll über 1,5 Millionen Euro Pflegegelder auf eigene Konten umgeleitet haben. Die Staatsanwaltschaft Trier hat den Mitarbeiter der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm wegen besonders schwerer Untreue angeklagt.

Der für die Auszahlung von Pflegegeld zuständige Kreisinspektor soll über Jahre hinweg insgesamt knapp 1,54 Millionen Euro auf eigene Konten umgeleitet haben (der TV berichtete). Der Schwindel flog erst bei einer routinemäßigen Geldwäsche-Überprüfung der Kreissparkasse Bitburg-Prüm auf.

Der 59-jährige Mann sitzt seit Juli in Untersuchungshaft. Er hatte die Vorwürfe in einer Vernehmung eingeräumt und finanzielle Probleme als Tatmotiv genannt. Die Trierer Staatsanwaltschaft geht offenbar davon aus, dass es in dem Fall keine Mittäter oder Mitwisser gibt.

Wann der Prozess vor dem Trierer Landgericht beginnt, ist noch offen. Zunächst muss das Gericht über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.

Obwohl ein Teil der Fälle inzwischen strafrechtlich verjährt ist, will die Trierer Staatsanwaltschaft den kompletten veruntreuten Betrag von dem Angeschuldigten einziehen. Dies ist seit einer Gesetzesänderung im vergangenen Jahr möglich.

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