Archiv: Über 100 000 offene Haftbefehle in Deutschland

Archiv : Über 100 000 offene Haftbefehle in Deutschland

Der Attentäter von Straßburg, Chérif Chekatt, wurde von den franzöischen Behörden per Haftbefehl gesucht. Am Dienstagmorgen, Stunden vor dem Attentat, hätte er wegen eines Diebstahls mit Mordversuch verhaftet werden sollen, war jedoch nicht in seiner Wohnung anzutreffen.

Auch in Deutschland sind über 100 000 Straftäter trotz bestehenden Haftbefehls auf freiem Fuß. Darunter auch Mörder und Räuber.

Zum Stichtag 31. März gab es bundesweit 175 397 nicht vollstreckte Haftbefehle, in Rheinland-Pfalz lag die Zahl bei 4251. Die Gewerkschaft der Polizei spricht von einem „besorgniserregenden Alarmsignal für die Durchsetzung des Rechts hierzulande“. Unter den bundesweit gesuchten Straftätern befanden sich auch 151 sogenannte Gefährder, also als islamistisch eingestufte Straftäter. Eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag ergab, dass insgesamt 467 Rechtsextremisten per Haftbefehl in Deutschland gesucht werden.

In Rheinland-Pfalz bewege sich die Zahl der gesuchten Rechtsextremen seit Jahren „im unteren zweistelligen Bereich“, sagt eine Sprecherin des Landeskriminalamtes. Aktuell werde eine Person gesucht, ebenso wie aus dem linksextremen Spektrum. Fünf Personen, die früher wegen einer rechten Tat in Erscheinung getreten seien, würden derzeit wegen einer nicht politisch motivierten Gewalttat gesucht, drei davon in der Region Trier.

Bernd Wientjes