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Umwelt: Über 96 Tonnen Kerosin in der Luft

Umwelt : Über 96 Tonnen Kerosin in der Luft

Warum ist Rheinland-Pfalz überproportional häufig von Spritablässen durch Flugzeuge betroffen? Eine Antwort auf diese Frage hat jetzt die Bundesregierung gegeben.

Zivilflugzeuge und Militärjets haben über Rheinland-Pfalz und dem Saarland in diesem Jahr bislang über 96 Tonnen Kerosin abgelassen. Bundesweit waren es im gleichen Zeitraum 181 Tonnen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf einen Anfrage der AfD hervor, die unserer Zeitung vorliegt. Die im Fliegerjargon „Fuel dumping“ genannten Spritablässe dienen dazu, das Gewicht der Flugzeuge vor einer außerplanmäßigen Landung zu reduzieren.  Kritiker warnen vor ungewissen Folgen für Menschen und Umwelt.

Nach Regierungsangaben gab es über Rheinland-Pfalz und dem Saarland seit Anfang vergangenen Jahres insgesamt 14 Fuel dumpings, bei denen 370 Tonnen Kerosin abgelassen worden. In vier Fällen waren Militärjets beteiligt. Bundesweit waren es im gleich Zeitraum 35 Fälle (580 Tonnen). Auf die Frage, warum die beiden Bundesländer überproportional von Spritablässen betroffen seien, verweist die Bundesregierung auf die Nähe zu den Flughäfen Köln/Bonn und Frankfurt. Da ein notwendiger Treibsstoffschnellablass in der Regel vor der Landung erfolge, sei dieser Zusammenhang naheliegend, heißt es in dem federführend vom Bundesverkehrsministerium verfassten Antwortschreiben.

Jeder beabsichtigte Kerosinablass muss der Deutschen Flugsicherung (DFS) gemeldet werden. Der Lotse weist den Piloten dann einen Luftraum zu, in dem das Flugbenzin abgelassen werden kann –  ein bis zwei Tonnen pro Minute. Das Kerosin wird von den Turbulenzen hinter dem Flugzeug  „zu einem feinen Nebel verteilt“, der größtenteils verdunste und in der Atmosphäre verbleibe, so die Bundesregierung in einer älteren Antwort an die Grünen. Nur ein kleiner Teil erreiche den Boden, die Kontamination sei vernachlässigbar.

Genau das aber bezweifeln die Kritiker, zu denen auch die regionale Landtagsabgeordnete und Grünen-Verkehrsexpertin  Jutta Blatzheim-Roegler aus Bernkastel-Kues zählt. Mit Spannung wird ein neues  Gutachten erwartet, das nach Angaben der Bundesregierung im November vorliegen soll.