Unangenehme Fragen zum Sponsoring

Unangenehme Fragen zum Sponsoring

Der Wirbel um das Hahn-Sponsoring geht weiter. Die SPD-Landtagsfraktion will jetzt wissen, ob die hoch defizitäre Flughafengesellschaft noch zusätzliche Vereine mit größeren oder kleineren Summen unterstützt hat.

Hahn/Mainz. Carsten Pörksen, stellvertretender Vorsitzender der rheinland-pfälzischen SPD-Fraktion, hat in einer Sitzung im Innenausschuss des Landtags verlangt: "Alle Fakten bei den Sponsorenverträgen müssen auf den Tisch."
Der Abgeordnete will vom zuständigen Infrastrukturministerium in Mainz und von der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH (FFHG) wissen, wem das jüngst öffentlich gewordene Sportsponsoring bekannt war und auf welchem Weg es ausgezahlt wurde. Zudem stellt die SPD die Frage: "Gibt es weitere Fälle von Sponsoring im Sportbereich durch die Flughafen Hahn GmbH?"Gibt es weitere Fälle?


Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD) wird bei der Geschäftsführung der Hahn GmbH nachhaken müssen. Bislang sind ihm keine weiteren Verträge bekannt, die ähnlich üppig ausgestattet sind.
Der Minister war erstaunt, als er die Vertragsbedingungen in der Zeitung nachlesen konnte. "Ich hätte mir das in der Höhe nicht vorstellen können", erklärte er im Innenausschuss. Der krisengeschüttelte Airport unterstützt trotz hoher Schulden und akuter Finanzsorgen den Handballverein HSG Irmenach-Kleinich-Horbruch seit 2004 pro Jahr mit 43 500 Euro plus Mehrwertsteuer. Insgesamt flossen bislang eine halbe Million Euro.
Brisanz erhält der Fall, weil CDU-Fraktionsvize Alexander Licht, einer der schärfsten Kritiker der Hahn-Politik der Landesregierung, Vorsitzender des HSG-Fördervereins ist. Er war an der Entstehung des Kontrakts beteiligt. Im Innenausschuss gab er eine persönliche Erklärung ab.
Licht betonte, dass er für mehrere Vereine aktiv ist. "Das grundsätzliche Engagement für das Ehrenamt ist eine Aufgabe, die zu meiner Arbeit gehört", verdeutlichte er.
Der Vertrag mit dem Handballverein wurde noch in der Phase geschlossen, als die Frankfurter Fraport Mehrheitsgesellschafterin im Hunsrück war. Wie jetzt mit dem Vertrag umgegangen wird, ist nach Überzeugung Lichts nun eine Sache zwischen HSG-Geschäftsführung und der Flughafengesellschaft."Außergewöhnliches Geschäft"


Der SPD-Abgeordnete Carsten Pörksen will die Sache nicht so einfach auf sich beruhen lassen. Seiner Ansicht nach handelte es sich angesichts der Höhe der Beträge um ein "außergewöhnliches Geschäft".
Auch andere SPD- und Grünen-Abgeordnete wundern sich, in welcher Höhe ein einzelner Verein Zuwendungen erhalten hat. Alexander Licht ist auch CDU-intern in die Kritik geraten.
Die HSG steht indes voll und ganz hinter dem Christdemokraten. Dort wird immer wieder betont, mit wie viel Herz sich der CDU-Politiker für die Handballer eingesetzt hat. Nach Angaben des Vereins hat Licht unter anderem einen Hunsrück-Handballstammtisch initiiert. Zudem soll er die Kontakte zu 20 Schulen, vier Kreisen, zig Verbandsgemeinden und Firmen gepflegt haben.
Die HSG ist "froh", einen derart engagierten Landtagsabgeordneten, "in unserem Wahlkreis zu haben", heißt es in der Ehrenerklärung.

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