Union und SPD sprechen sich für rasche Veröffentlichung von Fuel dumping aus.

Verkehr : Groko will schnelle Infos über Kerosinablässe

Die im Fachjargon „Fuel dumping“ genannten Kerosinablässe von Zivilflugzeugen und Militärjets könnten schon bald zeitnah veröffentlicht werden. Das sieht eine Forderung im 177 Seiten starken Koalitionsvertrag von Union und SPD vor.

Im Abschnitt Verkehr heißt es wörtlich: „Wir wollen auf die Deutsche Flugsicherung einwirken, die Treibstoffschnellablässe zeitnah auf ihrer Internetseite zu veröffentlichen.“Bislang ist die Flugsicherung (DFS) dazu nicht verpflichtet. Derzeit werden Fuel dumpings nur einmal im Halbjahr von der DFS an das Bundesverkehrsministerium gemeldet. Zuletzt wurden die Treibstoffablässe vom Ministerium immer dann veröffentlicht, wenn Abgeordnete sich danach erkundigt hatten.

Vor allem in Rheinland-Pfalz sind die Spritablässe seit Jahren ein Erregethema. Nach offiziellen Angaben wurden im vergangenen Jahr bundesweit 580 Tonnen Kerosin abgelassen, ein Großteil davon – 370 Tonnen – über Rheinland-Pfalz. Die Spritablässe dienen dazu, das Gewicht der Flugzeuge vor einer außerplanmäßigen Landung zu reduzieren.  Kritiker warnen vor ungewissen Folgen für Menschen und Umwelt.

Mit Spannung wird ein vom Bundesumweltministerium in Auftrag gegebenes Gutachten erwartet, das im November vorliegen soll. Rheinland-pfälzische Politiker, darunter auch Verkehrsminister Volker Wissing, fordern schon seit längerem, dass Länderbehörden und die Öffentlichkeit zeitnah über Treibstoffablässe informiert werden.

Aus dem Archiv: Treibstoffregen über Rheinland-Pfalz nimmt zu