Universität Trier setzt auf zukunftsträchtiges Pflegestudium

Universität Trier setzt auf zukunftsträchtiges Pflegestudium

Die Uni Trier will mit dem ungewöhnlichen Studiengang Klinische Pflege Akzente für die Zukunft setzen. Zurzeit arbeitet die Uni mit Trierer Krankenhäusern daran, Studienpläne und Finanzierung sicherzustellen. Studienstart soll im Herbst 2014 sein.

Die Uni Trier probiert es mit Theorie und Praxis zugleich: Künftig sollen dort Nachwuchs-Pflegewissenschaftler ausgebildet werden, parallel in Kliniken und an der Universität. Der Studiengang wird im Fachbereich I bei Pädagogik und Psychologie angesiedelt. Zwei Professuren werden dafür eingerichtet, eine für Gesundheitspsychologie und eine für Pflegewissenschaften.

Um die zwei Millionen Euro sollen bis 2020 investiert werden, das Land Rheinland-Pfalz ist mit einer Anschubfinanzierung dabei. Wissenschaftsministerin Doris Ahnen sagt, der Pflegestudiengang sei eine "wichtige zukunftsorientierte Weichenstellung". Eine Professur soll von der Nikolaus-Koch-Stiftung bezahlt werden, darüber hinaus rechnet Uni-Präsident Michael Jäckel mit Geld aus dem Hochschulpakt.

In den letzten Wochen wurde heftig gearbeitet und konferiert, die Uni bereitet einen Entwurf für die Akkreditierung, also die Anerkennung des Studiengangs, vor. Dabei ist ungewöhnlich, dass die jungen Trierer Pflegewissenschaftler nicht wie üblich spezialisiert für Kinder-, Kranken- oder Altenpflege ausgebildet werden, sondern fachübergreifend in der Pflege kompetent sein sollen.

Das biete bislang noch niemand sonst im Land an, sagt Uni-Präsident Jäckel. Angesichts der permanent wachsenden Strukturen in der Pflege dürfte es für rundherum akademisch gebildete Fachkräfte einen wachsenden Bedarf geben. Aber gerade aufgrund seiner Neuartigkeit muss das "Trierer Modell" sich erst einmal etablieren - auch beim Genehmigungsverfahren.

Noch eine Hürde gilt es zu überwinden: Für den Praxisteil in den Krankenhäusern braucht es zusätzliche Ausbildungsplätze - und die wollen erst finanziert sein. Verhandlungen laufen seit dieser Woche im Mainzer Sozialministerium, Gespräche mit den Kassen sollen folgen.

Einen "Hindernislauf" nennt Jäckel das Verfahren. Er bleibt aber gleichwohl optimistisch, dass der ehrgeizige Zeitplan - die Professuren sollen bis Jahresende ausgeschrieben werden - einzuhalten ist. Dass studentische Vertreter gegen die Senats-Entscheidung für die Einführung des Pflegestudiengangs klagen wollen, macht ihm dabei wenig Kopfzerbrechen.

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