Unmut trotz Neuanfangs

Der Neuanfang am Schweicher Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium ist nach außen hin abgeschlossen: Der umstrittene Schulleiter ist offiziell außer Dienst und ein neuer Vorstand des Schulträgers ist gewählt.

Schweich. (wie) Es ist ruhig geworden um das evangelische Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Schweich - zumindest in der Öffentlichkeit. Seit Gerhard Deussen vor fast einem Jahr kommissarischer Nachfolger des umstrittenen ehemaligen Schulleiters Heinrich Bentemann geworden ist, macht das private Gymnasium zumindest keine negativen Schlagzeilen mehr. Doch zumindest intern schwelt der Konflikt weiter. Bentemann, der vom Schulträger, der Dietrich-Bonhoeffer-Stiftung, vor Weihnachten 2006 zunächst beurlaubt worden war, ist nun offiziell kein Schulleiter mehr. Das evangelische Landeskirchenamt hat ihn in den sogenannten Wartestand versetzt. Drei Jahre lang erhält er 75 Prozent seiner Bezüge, wird in dieser Zeit keine andere Stelle für ihn gefunden, wird er automatisch in den Ruhstand versetzt. Bislang galt diese Regelung ausschließlich für Pfarrer. Als Begründung gibt das Landeskirchenamt an, Bentemanns Art habe zu einer "gravierenden Belastung" in der Zusammenarbeit geführt, und er habe sich "als beratungsresistent erwiesen". Die Landeskirche hob nach drei Monaten die Beurlaubung Bentemanns wieder auf. Danach gab es Proteste von Lehrern und Eltern. Offenbar sieht man bei den Verantwortlichen der evangelischen Kirche in Trier aber auch die Mitverantwortung des Stiftungsvorstands an dem monatelangen Knatsch. Daher wurde die bisherige Vorsitzende Renate von Schubert abgelöst. Superintendent Christoph Pistorius steht nun wieder an der Spitze - genau wie vor sieben Jahren, als die Stiftung gegründet worden war. Dem bisherigen Vorstand, vor allem der Vorsitzenden, wurde Unprofessionalität vorgeworfen. Daher regt sich bei einigen Eltern Unmut, dass von Schubert noch immer im Vorstand ist und auch an der Auswahl von Schülern für das Gymnasium beteiligt sein soll.