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Untersuchungsausschuss zum Saar-Sport fordert Akten an

Saarbrücken. strong>-Zur politischen Aufarbeitung der Finanzaffäre im Saar-Sport ist am Dienstag der Untersuchungsausschuss erstmals zusammengekommen. Ziel müsse sein, „den politischen Missbrauch“ im System aufzuklären, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion der Linke, Jochen Flackus, im Saarbrücker Landtag. „Dieses System hat kaufmännisch, also ökonomisch nicht funktioniert.“ Die Verantwortlichen hätten versagt. Der Ausschuss war im März auf Antrag der Linke einstimmig im Landtag beschlossen worden. dpa

strong>-Zur politischen Aufarbeitung der Finanzaffäre im Saar-Sport will sich der Untersuchungsausschuss des Landtags zunächst einen Überblick über die Sportförderung verschaffen. In einem Beweisbeschluss seien in der konstituierenden Sitzung am Dienstag „viele Akten“ angefordert worden, sagte die Vorsitzende des Ausschusses, Dagmar Heib (CDU). Dazu zählten Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft ebenso wie Protokolle, Berichte und Bilanzen.

In der ersten regulären Sitzung am 29. Mai sollten Berichte des krisengeschüttelten Landessportverbands, des sportwissenschaftlichen Instituts, des Sportreferat des Ministeriums und der Saarland Saartoto GmbH gehört werden. „Um ein umfassendes Organigramm und auch die Wege der Finanzen aufgezeigt zu bekommen“, sagte die parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Fraktion, Petra Berg. Zudem einigte sich das Gremium darauf, alle Sportminister und Präsidiumsmitglieder seit 2011 und den freigestellten Hauptgeschäftsführer des LSVS zu laden.

Der Landessportverband für das Saarland (LSVS) soll über Jahre hinweg unkontrolliert mehr Geld ausgegeben als eingenommen haben. Es geht um Millionenbeträge. Die Affäre führte im Februar zum Rücktritt von Klaus Meiser (CDU) als Landtagspräsident, Ende April legte er sein Amt als LSVS-Präsident nieder. Gegen ihn und andere LSVS-Präsidiumsmitglieder ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen mutmaßlicher Untreue und Vorteilsgewährung.

Der Ausschuss soll nun das System der Sportförderung seit 2011, mögliche parteipolitische Einflussnahme, die Transparenz der Mittelvergabe und die Kontrolle der Ausgaben untersuchen.

CDU-Landtagsfraktion im Saarland

Dagmar Heib

Mitglieder des Untersuchungsausschusses

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