Ursache für Tornado-Absturz bei Laubach noch unklar - Bisher keine Hinweise auf technischen Defekt

Ursache für Tornado-Absturz bei Laubach noch unklar - Bisher keine Hinweise auf technischen Defekt

Nach dem Absturz eines Bundeswehr-Tornados in der Eifel gibt es bislang keine Hinweise auf einen technischen Defekt. Das Flugzeug war am späten Donnerstagabend bei Laubach (Verbandsgemeinde Kaisersesch, Kreis Cochem-Zell) abgestürzt, die Piloten retten sich mit dem Schleudersitz. Auf der Autobahn in der Nähe des Unglücksortes lief der Verkehr am Morgen wieder weitgehend normal.


Nach dem Absturz eines Bundeswehr-Tornados in der Eifel gibt es bislang keine Hinweise auf einen technischen Defekt. „Die Maschine war in der normalen Einflugschneise, die wir tagtäglich fliegen“, sagte der Commodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33, Oberst Andreas Korb, am Freitag am Fliegerhorst Büchel. Das Kampfflugzeug war am Donnerstagabend beim Landeanflug auf den Fliegerhorst abgestürzt. Die beiden Piloten konnten sich mit dem Schleudersitz retten.

Einer von ihnen landete in einem Baum und zog sich dabei leichte Verletzungen zu. Den beiden Männern gehe es den Umständen entsprechend gut, sagte Korb am Freitag. Munition hätten sie bei dem Nachtübungsflug nicht an Bord gehabt.

Der Absturz ereignete sich nur wenige Kilometer von dem Fliegerhorst entfernt, auf dem 27 Tornados stationiert sind. Nach Vermutung von Experten lagern dort noch zehn bis 20 US-Atomsprengköpfe aus Zeiten des Kalten Krieges, für deren Einsatz im Ernstfall die Bundeswehr angeblich Tornado-Kampfflieger bereithält.

Experten der Generalflugsicherheit aus Köln begannen am Freitagmorgen mit der Untersuchung der Unfallstelle. Der Flugschreiber, die sogenannte Blackbox, ist den Angaben zufolge bereits gefunden worden. Der Tornado sei nicht völlig zerborsten, sondern noch weitgehend in einem Stück, sagte ein Luftwaffensprecher. Rund um den Absturzort in einem unbewohnten Waldstück in der Nähe der Autobahn 48 wurde eine militärische Sperrzone eingerichtet.

Nach dem Unglück war die A 48 zunächst zwischen Laubach und Kaisersesch wegen Trümmerteilen auf der Straße gesperrt worden. Am frühen Freitagmorgen wurde der Verkehr teilweise wieder freigegeben. Die A 48 zählt laut Polizei zu den weniger stark befahrenen Autobahnen in Deutschland.

Der Pilot musste mit einer Leiter aus den Baumwipfeln geholt werden. In welcher Flughöhe die Soldaten sich aus dem Cockpit hinauskatapultierten, sei noch unbekannt, sagte der Luftwaffensprecher. „Sie sind so getrimmt, dass sie, wenn es Probleme mit dem Flugzeug gibt, in einer Art Reflex den Schleudersitz auslösen.“

Es ist bereits das zweite Flugzeugunglück innerhalb weniger Tage in der Eifel. Am vergangenen Sonntag war ein Geschäftsflugzeug im Landeanflug auf den Flugplatz Föhren abgestürzt , dabei starben vier Menschen.
Stichwort: Der Fliegerhorst Büchel in der Eifel

Auf dem Fliegerhorst Büchel (Kreis Cochem-Zell) ist das Taktische Luftwaffengeschwader 33 der Bundeswehr mit 27 Tornado-Flugzeugen stationiert. Es hat den Auftrag, die „personelle und materielle Einsatzbereitschaft im Krisen- und Verteidigungsfall“ aufrechtzuerhalten. Die Piloten nehmen an nationalen und NATO-Übungen teil und trainieren regelmäßig über dem Mittelmeer, in den USA und Kanada. Zudem ist das Geschwader für die Bewachung von US-Einrichtungen in Deutschland zuständig.

Auch am Katastrophenschutz beteiligen sich die Soldaten. So waren sie beispielsweise 1993 beim sogenannten Jahrhunderthochwasser an der Mosel und 1997 bei der Hochwasserkatastrophe an der Oder im Hilfseinsatz.

Nach Expertenschätzung lagern im Fliegerhorst Büchel in der Eifel aus den Zeiten des Kalten Kriegs noch 10 bis 20 US-Atomsprengköpfe, deren Abzug wiederholt gefordert wurde . Büchel wäre damit der letzte verbliebene Atomwaffenstandort in Deutschland. Das Luftwaffengeschwader 33 wurde bereits in den 1950er Jahren aufgestellt. Die zu dem Fliegerhorst gehörende Kaserne wurde aus Sicherheitsgründen im nahen Cochem an der Mosel gebaut.

Schon im Jahr 2009 verunglückte eine Maschine beim Landeanflug auf den südlich des Ortes gelegenen Fliegerhorst Büchel . Die Piloten wurden damals leicht verletzt. Extra: Kampfflugzeug Tornado

Der Tornado ist ein zweisitziges Kampfflugzeug, das in den 1970er Jahren von Großbritannien, Italien und Deutschland entwickelt wurde. Die Bundeswehr setzt die Maschine seit 1981 ein. Der Tornado in seiner Basisversion wird als Jagdbomber genutzt. Diesen Maschinentyp verwendet auch das Taktische Luftwaffengeschwader 33 auf dem Fliegerhorst Büchel. Die etwa 17 Meter langen Maschinen erreichen Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 2400 Kilometern pro Stunde, im Tiefflug sind sie noch bis zu 1500 Stundenkilometer schnell.

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