Ursache: Natürlicher Tod

Die am Freitag gestorbene 93-jährige Bewohnerin eines Hillesheimer Pflegeheimes ist eines natürlichen Todes gestorben. Die Obduktion ergab keinen Zusammenhang mit einer rätselhaften Erkrankungswelle.

Trier/Hillesheim. Man kann es fast schon als beruhigend auffassen: Die 93-jährige Frau, die am Freitag im Hillesheimer Pflegeheim Katharinen-Stift gestorben ist, ist einem Herzversagen erlegen. Die Obduktion der Heimbewohnerin ergab als Ursache einen natürlichen Tod. Eine Infektion der Lunge oder der Atemwege konnte bei der Seniorin nicht festgestellt werden.

Kein Zusammenhang mit Erkrankungswelle



Obwohl sie ebenfalls zu den zwölf Bewohnern des Heimes gehörte, die vor mehr als zwei Wochen erkrankt waren und wegen Durchfalls, Atemnot, und Erbrechen in Kliniken behandelt werden mussten, steht nach der am Montagabend erfolgten Obduktion fest, dass der Tod der 93-Jährigen nichts mit der noch immer rätselhaften Erkrankungswelle zu tun hat. Innerhalb von zwei Wochen sind sieben Bewohner gestorben. Nur bei drei von ihnen konnte bislang aber zweifelsfrei die Todesursache festgestellt werden. Ein 89-Jähriger starb an einem Darminfarkt, eine 84-Jährige zwei Tage später an einem Herzmuskelinfarkt. Die 93-Jährige, die am Mittwoch vergangener Woche aus dem Prümer Krankenhaus entlassen worden war, wurde bis zu ihrem Tod im Heim noch weiter künstlich beatmet. Das Herzversagen sei bei ihr nach Einatmung von Erbrochenem eingetreten, sagte Oberstaatsanwalt Ingo Hromada gestern. Zusammen mit der 93-Jährigen wurden zwei weitere zuvor erkrankte Bewohner vergangene Woche aus Krankenhäusern wieder in das Pflegeheim zurückverlegt.

Bei vieren der Todesopfer sucht die Rechtsmedizin in Mainz noch nach der Todesursache. Es ist noch völlig unklar, wodurch die Entzündung der Lunge und der Atemwege verursacht wurde. Ein toxikologisches Gutachten soll Aufschluss darüber geben, ob eventuell giftige Stoffe etwa durch Putzmittel oder auch Medikamente zu den Erkrankungen geführt haben. Bis das Ergebnis der aufwendigen Untersuchungen der Spezialisten, die auch immer wieder bei Gerichtsverfahren zu Rate gezogen werden, vorliegt, werden wohl noch einige Tage vergehen. Bis dahin wird das Rätselraten über die Erkrankungswelle vermutlich noch andauern. Nach Auskunft von Verena Bernardy, Sprecherin der zuständigen Kreisverwaltung in Daun, liegen noch immer drei der zwölf erkrankten Senioren in Krankenhäusern. Zwei von ihnen müssten künstlich beatmet werden. Ihr Zustand sei weiterhin kritisch, "aber stabil", sagte die Sprecherin gestern auf Anfrage des TV. Einer dritten Heimbewohnerin gehe es deutlich besser. Sie könne bald aus dem Krankenhaus entlassen werden, sagte Bernardy. Der Wohntrakt der zwölf Erkrankten steht noch unter Quarantäne.