Vergebliche Image-Politur

Der K.o.-Hammer für Landespolitiker und Landesregierungen kam diese Woche aus Gütersloh. Millionen Euro für Imagekampagnen der Länder darf mit Tränen in den Augen nachgetrauert werden: Sie sind wirkungslos verpufft.

Die renommierte Bertelsmann-Stiftung hat die Deutschen interviewt und ernüchtert festgestellt, dass sich zwar vier von zehn Befragten in erster Linie mit ihrer Stadt oder Gemeinde identifizieren, aber nur elf Prozent mit dem Land. Von den Rheinland-Pfälzern waren es sogar nur acht Prozent. Selbst die EU schnitt zu allem Überfluss noch besser ab. Aber man hätte es ja wissen müssen. Immer wieder kursierten in den vergangenen Jahren mehr oder weniger offen in Mainz Befürchtungen, dass es mit dem Selbstbewusstsein gerade der Rheinland-Pfälzer etwas hapert. Werbekampagnen mit schönen Bildern und Super-Slogans wurden mit viel Geld gestartet. "Alle Rheinland-Pfälzer sind Sonntagsfahrer", hieß es noch in CDU-Zeiten, "Unsere Heimat. Meine Zukunft.", versprach später die SPD/FDP-Koalition, bevor dann mit dem Motto "Wir machen's einfach" unter alleiniger Genossen-Führung der endgültige Image-Durchbruch geschafft werden sollte.Und nun der "Einbruch" - ein Jahr nach den glorreichen Feierlichkeiten zum 60. Landesjubiläum. Ein schwacher Trost bleibt: Die Rheinland-Pfälzer wollen im bundesweiten Vergleich noch am wenigsten auf die Länder verzichten. Mehr als die Hälfte ist allerdings für Fusionen offen. Aber, oh Schreck: Auch 52 Prozent der Saarländer sind angeblich einem Zusammengehen nicht abgeneigt. Ein Glück, dass im Saarland solche Werte umgehend als wenig glaubwürdig angesehen wurden. Die Saarbrücker Zeitung verweist auf jüngste Ergebnisse des "Saarland-Trends", nach denen zwei Drittel keine Pfälzer werden wollen. Nun müssen nur noch die Rheinland-Pfälzer stolze Landeskinder werden.