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„Vergessene Generation“ – Corona-Krise trifft die Jugend besonders hart

Kostenpflichtiger Inhalt: Lockerungen in Sicht : „Vergessene Generation“ – Corona-Krise trifft die Jugend besonders hart

Mädchen und Jungen mussten wegen Corona zuletzt auf Sport, Gruppentreffen oder Workshops verzichten. Jetzt sind Lockerungen in Sicht. Auch Ferienfreizeiten sollen möglich sein.

Viele Wochen haben sie ihre Freunde nicht gesehen, keine Jugend-Treffs besucht, kein Fußball im Verein gespielt. Die Corona-Krise greift tief in das Leben von Kindern und Jugendlichen ein. Der Landesjugendring kritisiert: Obwohl auch sie massiv von Einschränkungen betroffen seien, spiele die Situation des Nachwuchses in der öffentlichen Debatte kaum eine Rolle – allenfalls wenn es um Bildung oder Betreuung gehe. „Die Jugend ist eine vergessene Generation“, sagt Dietmar Grundheber vom Jugendnetzwerk Konz.

Gemeinsam mit der Sportjugend Rheinland und der AG Jugendpflege im Kreis Trier-Saarburg fordert der Jugendring von der Landesregierung zügig eine Strategie, die den Wiedereinstieg in Kinder und Jugendarbeit ermöglicht. Häuser der Jugend wie jene in Konz und Bitburg wünschen sich auch eine Perspektive für Ferienfreizeiten – alleine in Bitburg sind 300 Kinder angemeldet. Angebote, die auch arbeitende Eltern enorm entlasten.

Wie die Antwort auf eine TV-Anfrage am Dienstag zeigte, können Kinder, Jugendliche und Eltern nun darauf hoffen, dass bald wieder einiges möglich wird. Jugendzentren oder Jugendtreffs dürfen wieder öffnen – unter strengen Abstands- und Hygieneregelungen. Gruppen von zehn bis maximal 15 Kindern und Jugendlichen sind erlaubt. Auch Ferienfreizeiten sollen für solche Kleingruppen ab dem 24. Juni wieder möglich sein. Dennoch sei es zu begrüßen, wenn Träger als Alternative auch Tagesprogramme entwickeln, da Übernachtungen eine stärkere Gefahr mit sich brächten, schreibt das Landesjugendamt, das vor allem Aktivitäten im Freien empfiehlt.

„Es ist gut, dass die Landesregierung jetzt konkretere Angaben macht, aber vieles kann in der Praxis nicht umgesetzt werden“, sagt Jaqueline Maron, Geschäftsführerin der AG Jugendpflege. Wenn große Busse gemietet werden müssten, um Abstände einzuhalten oder professionelle Caterer beauftragt werden müssen, um den Hygienevorschriften genüge zu tun, dann würden Freizeiten zu teuer. Maron plant in Saarburg nun Tagesangebote für maximal sieben Teilnehmer. Nicht jedes Kind wird also einen Platz ergattern.

Dafür geht für manche das Training wieder los: Ab dem 27. Mai dürfen Sporthallen öffnen. Beim Tus 05 Daun wird schon wieder Tennis und Boccia gespielt, Fußballtraining soll Anfang Juni starten. Natürlich kontaktfrei. Der Polizeisportverein Wengerohr öffnet seine Outdoor-Sportangebote in einer Testphase nur für Erwachsene. „Wir würden gerne – die Kontakte im Training sind für Kinder psychologisch super wichtig, aber wir müssen unserer Verantwortung gerecht werden“, sagt Geschäftsführerin Claudia Pütz.

Mehr Kinder sollen ab Juni auch wieder in die Kitas. Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) will dazu heute in Mainz ein Konzept vorstellen.