Verkehrsinvestitionen in Rheinland-Pfalz: "Region Trier profitiert am meisten"

Mainz · Obwohl die Landesregierung primär auf ein besseres Bus- und Bahnangebot in der Region setzt, soll auch viel Geld für den Straßenbau und den Ausbau der Moselschleuse Trier fließen. Verkehrsminister Roger Lewentz beziffert die Investitionssumme auf insgesamt 850 Millionen Euro.

 Eines der größten Verkehrsprojekte in der Region: der Hochmoselübergang.

Eines der größten Verkehrsprojekte in der Region: der Hochmoselübergang.

Foto: Portaflug Föhren

Der Raum Trier, eine verkehrstechnisch abgehängte Region? "Mitnichten", betont der Landes-Verkehrsminister, "wir konzentrieren alle Mittel, und Trier profitiert am meisten". Vor seinem heutigen Besuch in der Moselstadt bei der IHK, wo die Ergebnisse der "Multimodalen Verkehrsstudie Trier-Luxemburg" präsentiert werden sollen, erläutert Roger Lewentz (SPD), welche Investitionen anstehen und welche Projekte bereits laufen.
Straße: Der Hochmoselübergang ist mit Gesamtkosten von 375 Millionen Euro (Stand: 12. Juni) das größte Projekt. 20 Millionen Euro davon trägt das Land, den Rest der Bund. 2016 soll die im Bau befindliche Verbindung fertig sein. Nach langem Hin und Her hat sich die rot-grüne Koalition in Mainz darauf verständigt, dass der Lückenschluss der Autobahn 1 in der Eifel vorangetrieben werden soll. Für die beiden Abschnitte (zwischen Kelberg und Blankenheim in Nordrhein-Westfalen) wird mit Kosten von 330 Millionen Euro gerechnet. Sie werden zum Bundesverkehrswegeplan angemeldet.

Lewentz listet weitere Straßenbauten auf: Ortsumgehung Konz-Könen (19,8 Millionen Euro, läuft), B 52, vierspuriger Ausbau zwischen A64 und Anschlussstelle Trier-Ehrang (sechs Millionen Euro laut Minister bereits investiert), A 64, vierspuriger Ausbau zwischen Anschlussstelle Trier und B 52 (14 Millionen Euro für zweite Hälfte der Biewertalbrücke, geplant), Ortsumgehung Ayl B 51 (sechs Millionen Euro, geplant), Ausbau B 51 bei Hohensonne (9,86 Millionen Euro, geplant), Ausbau B 51 bei Windmühle (9,0 Millionen Euro, geplant).

Schiene: Für die Reaktivierung der Weststrecke Trier und den Bau von fünf neuen Haltepunkten sollen 19 Millionen Euro Landesmittel fließen. Details will Minister Lewentz heute mit dem Trierer Oberbürgermeister Klaus Jensen vorstellen. Lewentz nennt auch die Ertüchtigung der Strecke Igel-Igel-West, für die 19,6 Millionen Euro veranschlagt sind, davon eine Million Euro Landesmittel.

Wasser: Der Ausbau der Moselschleuse Trier, für den mit Kosten von 40 bis 50 Millionen Euro gerechnet wird, soll ebenfalls im Bundesverkehrswegeplan angemeldet werden. Jeder weitere Ausbau einer Moselschleuse kostet laut Ministerium etwa die gleiche Summe. Roger Lewentz betont, "dass der Ausbau Arbeitsplätze im Trierer Hafen sichert". Realismus mahnt der Verkehrsminister in Bezug auf die Nord- und Westumfahrung Trier an, die von der CDU und den Kammern gefordert wird. "Wir hätten es uns leichtmachen und die Projekte zum Bundesverkehrswegeplan anmelden können", sagt Roger Lewentz. "Aber das ist einfach nicht zu finanzieren." Die Verkehrsbelastung sei im Vergleich zu Straßen in anderen Landesteilen und bundesweit zu gering, und für den Bund sei die Belastung maßgeblich.

Lewentz weist darauf hin, dass nach der letzten Kostenschätzung im Jahr 2000 allein die ersten beiden Abschnitte der Nordumfahrung (Meulenwaldautobahn) 150 Millionen Euro verschlingen würden. Für die ersten beiden Abschnitte der Westumfahrung (Moselaufstieg) sei demzufolge mindestens mit 43 Millionen Euro zu rechnen.Der Verkehrsminister setzt auf kleine, schrittweise Verbesserungen, die das Land zum Teil selbst finanziere. "Mir sind Spatzen in der Hand lieber als eine Taube auf dem Dach", sagt Lewentz. Er stützt sich auf die Erkenntnisse von Gutachter Stephan Krug von der Ingenieurgruppe für Verkehrswesen und Verfahrensentwicklung in Aachen, Verfasser der "Multimodalen Verkehrsstudie Trier-Luxemburg".
Laut Lewentz hat Krug verschiedene Planfälle durchgespielt und sich folgende Fragen gestellt: Was passiert bei einer ÖPNV-Verbesserung? Was geschieht, wenn Nord- und Westumfahrung Trier gebaut werden? Was passiert bei beidem? Für den Minister ist die wichtigste Erkenntnis, "dass es ein großes Potenzial bei einer ÖPNV-Verbesserung gibt". Diese strebt er an.Lesen Sie auch unseren Kommentar dazu: Begrenzte Mittel, viele Aufgaben

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