Verliert Trier endgültig den Anschluss?

Noch weniger Fernzüge von Trier aus? Darauf deutet einiges hin. Ab 2015 sollen offenbar Regionalzüge bisherige Intercity-Züge ersetzen. Außerdem will die Bahn IC durch teurere Züge ersetzen.

Bahnexperten gehen davon aus, dass ab 2015 IC-Züge nur noch in Tagesrandverbindungen, also morgens und abends, in Trier abfahren und ankommen werden. Foto: TV-Archiv/Erich Gerten

Trier. In Trier geht mal wieder die Angst um. Die alte Angst davor, dass das Oberzentrum vom Fernverkehr der Bahn abgekoppelt wird. Dieses Mal scheint diese Angst aber durchaus begründet. Sieht man sich die kürzlich vorgestellten Pläne für den Rheinland-Pfalz-Takt 2015 an, fällt auf, dass zusätzliche Regionalzüge eingesetzt werden sollen, und zwar in den Zeitspannen, in denen derzeit noch fünf Intercity (IC) von Luxemburg über Trier Richtung Ruhrgebiet und umgekehrt fahren. Auffallend auch, dass in der Präsentation des für den Schienennahverkehr in der Pfalz zuständigen Zweckverbands Süd für den neuen Rheinland-Pfalz-Takt ausdrücklich die Rede davon ist, dass landesweite Regional-Express-Netz in "Abstimmung mit der DB Fernverkehr AG" erarbeitet worden sei. Das spricht dafür, dass die zusätzlichen Regional-Express-Züge, die ab 2015 stündlich, statt bisher zweistündlich fahren sollen, zumindest einige der IC ersetzen sollen. Bahnexperten gehen davon aus, dass ab 2015 IC-Züge nur noch in Tagesrandverbindungen, also morgens und abends, in Trier abfahren und ankommen werden und es damit keinen regelmäßigen Fernverkehrstakt mehr geben wird. Doch nicht nur die Pläne für den künftigen Rheinland-Pfalz-Takt lassen Raum für entsprechende Spekulationen. Noch in diesem Jahr sollen neue IC-Züge ausgeschrieben werden. Die jetzigen Intercity, die auch auf der Moselstrecke fahren, sind am Ende ihrer Lebenszeit angelangt. Viele Wagen sind überholungsbedürftig. Doch die notwendige Revision kostet pro Zug einen sechsstelligen Betrag. Ab 2012 sollen die Intercity der neuen Generation, von denen laut Bahn einige auch mit sogenannten Mehrstromsystemen ausgestattet sein sollen und damit zum Beispiel auch in Luxemburg eingesetzt werden könnten, getestet und drei Jahre später dann bundesweit eingesetzt werden. Was bis dahin mit alten Zügen passiert, die eventuell wegen Altersschwäche ausfallen, lässt die Bahn offen. Man werde das bisherige Angebot auf der Moselstrecke aufrechterhalten, sagt ein Bahnsprecher. Fest steht aber: Die Bahn wird die IC in ihrer jetzigen Form abschaffen und durch neue, modernere Züge ersetzen, die eher an den Hochgeschwindigkeitszug ICE, den Intercity-Express, erinnern. Und das nicht nur vom Aussehen, sondern wohl auch vom Preis. Bahnchef Hartmut Mehdorn kündigte kürzlich nämlich an, dass die neuen IC wahrscheinlich teurer werden. Mal wieder dünnt die Bahn damit preisgünstigere Formen des Fernverkehrs aus. Ähnlich wie Anfang der 90er Jahre. Damals wurden die gut frequentierten, weil billigen Interregios - moderne Züge, ein Mittelding zwischen Nah- und Fernverkehr -, die Trier unter anderem mit Süddeutschland verbanden, kurzerhand abgeschafft, umlackiert als IC fuhren sie aber weiter - allerdings stiegen die Ticketpreise für die im Inneren unveränderten Züge kräftig an. Mit dem Ende der Interregios wurde auch das Fernverkehrsangebot in Trier kräftig ausgedünnt bis auf den heutigen Stand mit einem ICE nach Berlin und den fünf IC. Experten befürchten eine ähnliche Entwicklung für Trier ab 2015.