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Vermehrt Attacken gegen Tiere in der Region: Unbekannte quälen Pferde

Kriminalität : Vermehrt Attacken gegen Tiere in der Region: Unbekannte quälen Pferde

Das Landeskriminalamt stellt fest, dass immer wieder Tiere zu Opfern von Gewaltattacken werden. In der Region bereiten mögliche Giftköder derzeit Sorgen.

Verletzte Tiere, geschockte Menschen und oft fehlt vom Täter jede Spur: 450 Verstöße gegen das Tierschutzgesetz hat das Landeskriminalamt (LKA) Rheinland-Pfalz für 2017 gezählt. „Die Pferde machen uns Sorgen“, sagt Bernhard Fuchs, Leiter des zuständigen Dezernats beim LKA.

Im noch jungen Jahr 2018 habe es landesweit bereits mehr als zehn Fälle gegeben, bei denen Pferde zum Opfer von Gewalttaten wurden: Sie erlitten Säureattacken, Stichverletzungen und selbst sexuell motivierte Angriffe. Vor allem in der Koblenzer Gegend. „Es könnte sich um eine Serie handeln“, sagt Fuchs.

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In den vergangenen Jahren habe sich die Zahl der Fälle vervielfacht. Leider sei es meist schwierig, die Täter zu ermitteln. Auch im Südwesten Luxemburgs, im Rhein-Hunsrück-Kreis und bei Idar-Oberstein hat es in den vergangenen Jahren besonders brutale Angriffe gegeben. Eine schwer misshandelte Stute starb an ihren Verletzungen.

Aus der Region sind keine aktuellen Fälle bekannt. Die Trierer Kripo hat allerdings im Rahmen des internationalen Pferdefleischskandals ermittelt.

Auf Ersuchen Belgiens nahm sie einen Mann im Raum Trier fest, der hier einen Hof hatte. Medikamentös behandelte Sportpferde waren verbotenerweise zu Fleisch verarbeitet worden. Mehr können die Beamten des zuständigen Kommissariats für Umweltkriminalität nicht sagen, da das Verfahren noch läuft. Ein großes Dunkelfeld gibt es laut Fuchs beim illegalen Fang und Verkauf heimischer Vögel.

Die Tiere werden nachträglich beringt – wobei die Täter ihnen nicht selten Verletzungen zufügen – und auf speziellen Börsen für viel Geld verkauft: 100 Euro gebe es für einen Buchfinken,1500  für einen Sperber, 3000 für einen Rotmilan. Ein hübscher Gesang und hohe mögliche Gewinne werden den Tieren zum Verhängnis.

Damit solche Vergehen auffliegen, muss man schon genau hinschauen. Denn mit Hilfe gefälschter Papiere weisen die Täter die Vögel als legale Nachzuchten aus. „Unberingte Vögel sind auf jeden Fall verdächtig“, sagt Fuchs.

Im Raum Trier machen sich vor allem Hundehalter ernsthafte Sorgen. Hat es dieses Jahr doch bereits einige Fälle möglicher Vergiftungen gegeben. So ist im Februar in Detzem an der Mosel ein Schäferhund verendet, nachdem er Wurst gefressen hatte, die am Wegesrand lag. Andere Detzemer sind besorgt, weil auch auf Privatgrundstücken Fleischstücke gefunden wurden, die möglicherweise vergiftet waren.

Ungefähr zeitgleich gab es laut Kripo in Trier drei weitere Verdachtsfälle. Die Ermittlungen laufen noch. Ähnliche Vorkommnisse sind auch aus Trier-Pfalzel, Riol und Ruwer bekannt. In Konz, Wiltingen und Ayl waren 2017 Köder gefunden worden, die mit Schrauben, Nägeln und Metallhaken präpariert waren. Täter wurden bisher nicht gefasst.

Die Polizei bittet die Hundehalter, ihre Schützlinge immer im Blick zu behalten und sie nicht frei herumlaufen zu lassen. Wenn jemand verdächtige Substanzen findet, sollten diese verpackt und zunächst vorsorglich eingefroren werden. Das erleichtere die spätere Untersuchung.