Vernetzte Zukunft

TRIER. Eine stärkere Zusammenarbeit der Krankenhäuser untereinander sowie eine Vernetzung mit den niedergelassenen Ärzten - darin sieht die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Malu Dreyer die Zukunft der Kliniken im Land.

Ambulante und stationäre Behandlung soll stärker vernetzt werden. Niedergelassene Ärzte sollen enger mit ihren Kollegen in den Krankenhäusern zusammenarbeiten. Das ist ein Ziel der Gesundheitsreform. Soweit die Theorie. Doch der Weg dorthin dürfte noch weit sein. Vor allem die niedergelassenen Ärzte wehren sich gegen eine stärkere Zusammenarbeit mit den Klinik-Kollegen - zumindest in der umfassenden Form, wie es Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt will. "Die Krankenhäuser eignen sich nicht für das Massengeschäft, wie wir es haben", wehrt der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Pfalz, Anton Coressel, bei der vom Mainzer Gesundheitsministerin organisierten Veranstaltung "Krankenhäuser im Dialog" in Trier das Ansinnen aus Berlin ab. Die niedergelassenen Ärzte könnten die von den Krankenhäusern ambulant angebotenen Leistungen genauso gut anbieten. "Allerdings bekommen wir dafür weniger Geld", beschwert sich Coressel. Er kann sich Kooperationen mit Krankenhäusern nur beschränkt vorstellen: Niedergelassene Ärzte mieten in schwach ausgelasteten Zeiten OP-Säle in Kliniken oder kooperieren bei der Nutzung medizinischer Großgeräte wie etwa bei der Computertomographie. Doch wer echten Wettbewerb zwischen Ärzten und Krankenhäusern wolle, der müsste die Krankenhaus-Zuschüsse streichen oder den Medizinern mit eigener Praxis auch Zuschüsse geben.Ein Vorschlag, der bei der Mainzer Gesundheitsministerin Malu Dreyer verständlicherweise auf taube Ohren stößt. Aus ihrer Sicht führt kein Weg an einer engeren Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Klinik vorbei, etwa in Gesundheitszentren, in denen gemeinsam ambulante Behandlungen angeboten werden sollen. Doch den Ärzten geht diese Form der Kooperation zu weit. Zumindest der Vorsitzende der KV Pfalz findet wenig Gefallen dran, wie er in Trier unverhohlen durchblicken lässt. Er befürchtet, dass durch die ab nächstem Jahr geltenden Fallpauschalen, nach denen jede im Krankenhaus behandelte Krankheit nach einem festen Satz bezahlt wird (unabhängig von der Verweildauer), die niedergelassenen Ärzte noch stärker belastet werden. Die Krankenhäuser würden aus Kostengründen die Patienten so kurz wie möglich behandeln, die oft aufwendige Nachsorge müsste von den niedergelassenen Ärzten übernommen werden.Im Trierer Brüderkrankenhaus sieht man den Fallpauschalen gelassen entgegen. Für die Patienten würden die Leistungen transparent, glaubt der ärztliche Direktor Hans-Peter Busch. Er sieht das Krankenhaus als Dienstleistungszentrum, in dem der Patient Kunde ist. Mündige Patienten sollten selbst entscheiden können, ob sie ins Krankenhaus oder zum Facharzt gehen. Doch selbst für so genannte mündige Patienten kann diese Entscheidung schwer sein: "Ein Laie kann schlecht bewerten, wer besseres Fachwissen hat - Arzt oder Krankenhaus", warnt Marius Fries, Dauner Patientenfürsprecher .