1. Region
  2. Rheinland-Pfalz

Versemmelt-Satz bleibt unvergessen: Wie die Parlamentsneulinge aus der Region die ersten 100 Tage erlebt haben

Versemmelt-Satz bleibt unvergessen: Wie die Parlamentsneulinge aus der Region die ersten 100 Tage erlebt haben

Das Einarbeiten ist vorbei, nun geht es an Inhalte: Die Parlamentsneulinge aus der Region Trier haben über die ersten 100 Tage hinaus große Pläne - und auch schon so manches Lehrgeld bezahlt.

Foto: (e_bit )
Foto: roland morgen (rm.) ("TV-Upload morgen"
Foto: (e_daun )
Foto: Friedemann Vetter (ClickMe)
Foto: (h_ko )

Marco Weber (FDP) hat gemerkt, wie schnell ein Landtagsabgeordneter in der Bild-Zeitung, der Welt oder der Frankfurter Allgemeinen Zeitung stehen kann. Bei der ersten Pressekonferenz der FDP-Fraktion sagte der Vulkaneifeler einen Satz, der bundesweit durch die Medien ging. "Die letzten zehn Jahre hat Rot den Flughafen versemmelt." Heute sagt Weber: "Den Tag werde ich nie vergessen." Weber bleibt sich aber treu. Den Satz würde er wieder sagen, betont er.
Fernab des Hahn lobt er auch den Start der Ampel. Was dem Landwirt gefällt: Die neue Regierung ziele nicht nur auf Öko-Landwirtschaft. Und die Ampel bringe den Lückenschluss der Autobahn A 1 gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen zustande.

Flügellahmer Hahn verhagelt Rot-Gelb-Grün die Bilanz

Imageschaden - Trierer Parteienexperte Uwe Jun sieht Landesregierung in gefährlicher Lage

Lothar Rommelfanger (SPD) ist seit 27 Jahren Ortsbürgermeister von Wiltingen (Kreis Trier-Saarburg). Er ist ein erfahrener Kommunalpolitiker - dennoch musste er sich erst einmal an den Ton im Landtag gewöhnen. Beim Hahn sei häufig unterhalb der Gürtellinie kritisiert worden, sagt er. Rommelfanger will nach der Sommerpause noch andere Schwerpunkte setzen. "Ich möchte das seniorengerechte und generationenübergreifende Wohnen ausbauen und mittelständische Betriebe stärken."

Noch ganz neu im Landtag ist Sven Teuber (SPD) aus Trier. Er hat im August das Mandat von Ministerpräsidentin Malu Dreyer übernommen - und hat somit noch keine 100 Tage voll.

Schon eingearbeitet hat sich dagegen Gordon Schnieder (CDU). "Am Anfang war alles noch ziemlich viel", sagt der Birresborner. Doch schnell hat er den Überblick bekommen. Schnieder pocht neben dem A-1-Lückenschluss darauf, die ländliche Region nicht aus dem Blick zu verlieren. In der Vulkaneifel sieht er große Probleme bei der kinderärztlichen Versorgung in den kommenden Jahren. Da sei die Regierung gefordert - ebenso beim Hahn. "Es wirkt so, als habe man viele Probleme auf die Zeit nach der Wahl verlegt", schimpft er. Trotz des Ärgers lehnt er ab, dass die CDU in der Opposition mit der AfD zusammenarbeitet.

Die AfD-Politiker aus der Region schimpfen dagegen dar-über, wie sie im Parlament behandelt werden. Jens Ahnemüller aus Konz sagt, jeder von der AfD eingereichte Antrag werde abgelehnt. "Wenn die Kameras weg sind, ist der Umgang menschlicher, da unterhält man sich mit uns." Inhaltlich setzt Ahnemüller auf den Moselaufstieg und den Lückenschluss der A 1. Er kritisiert die Regierung, das Baurecht erst bis 2021 beantragen zu wollen. "Bis dahin ist Herr Wissing doch gar nicht mehr Verkehrsminister."

Michael Frisch (AfD) will hingegen in der Bildung weiter Schwerpunkte setzen. "Ich sehe die Tendenz, dass das Land viel stärker die Gesamtschulen fördert und auf dem Weg zu einer Einheitsschule ist", kritisiert der Trierer, der mit dem Start der AfD zufrieden ist. "Wir reden Klartext, wo zwischen anderen Parteien nur noch Konsens herrscht." flor