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Verwendung von Pestiziden zur Schädlingsbekämpfung im Freien

Verwendung von Pestiziden zur Schädlingsbekämpfung im Freien

Pestizide und viele andere chemische Substanzen gibt es nicht nur im großen Rahmen; auch Hobbygärtner und Hausbesitzer - also durchaus private Anwender - kommen um Chemie manchmal einfach nicht herum.

Gekauft wird - für den Hausgebrauch - meistens im Baumarkt; die Angebote für die Bekämpfung von Schädlingen und Lästlingen, aber auch zur Vernichtung von Unkraut oder Pflanzenkrankheiten sind sehr vielfältig. Schon bei einem herkömmlichen Rasendünger kann der Schaden einer Überdosierung oder unsachgemäßen, fahrlässigen Verwendung schlimme Konsequenzen haben; das weiß aber jeder, der die Packungsaufschrift oder den Beipackzettel der Düngeprodukte aufmerksam gelesen hat. So gilt es, egal, welche chemischen Substrate, Flüssigkeiten oder sonstige Darreichungsformen gekauft werden, nicht nur, die angegebene Dosierungsanleitung strikt und ausnahmslos zu befolgen, sondern auch, die unsachgemäße Verwendung von Grund auf zu vermeiden. Keine Rolle spielt es, ob es sich um eine Charge im Gramm- oder höchstens Kilogrammbereich für den Privatgarten handelt, oder um Zentner und Hektoliter, die von manchen Gefahrgut-Stoffen in der Landwirtschaft bereitgehalten werden.

Genaue gesetzliche Regelungen für Gefahrgut im Garten und in der Landwirtschaft

Beileibe kann heute nicht jeder einfach hingehen und einfach eine gewünschte Menge an Pestiziden oder anderen Chemikalien kaufen. Die Abgabe gefährlicher Stoffe ist genau geregelt - für die Anwendung gibt es sogar Gesetze, an die man sich halten sollte, möchte man nicht mit empfindlichen Strafen belegt werden. So weist der RLP Bürgerservice auf seiner Homepage auf das Landesnaturschutzgesetz hin, welches man über die Suchmaschine auch unter der Abkürzung "LNatSchG" findet. Für die Verwendung von Unkrautvernichter, etwa beim Anlegen einer neuen Rasenfläche, aber auch von Düngemitteln und sonstigen Pflanzenschutzmitteln gibt es klar definierte Vorschriften, an die sich jeder - egal, in welchem Rahmen - zu halten hat. Das "Deutsche Pflanzenschutzgesetz" beschränkt eine Anwendung vieler Mittel auf eindeutig in der Land- und Forstwirtschaft beziehungsweise als Garten genutzten Flächen vor. Nicht verwendet werden dürfen einige dieser Substanzen in der Nähe von Gewässern (auch Kanalisationen), an einem Verkehrsweg (also zum Beispiel auch vor dem eigenen Gartenzaun entlang des Bürgersteiges oder der Straße) und so weiter. Sich über die Beipackzettel oder Verpackungsaufdrucke, mit Hilfe von gut geschultem Verkaufspersonal, im Internet oder auf der Gemeinde zu erkundigen, was man in welchem Maße darf, schützt die Menschen, die Natur, das Grundwasser und ist damit ein wichtiger Schritt vor der Anwendung jeglicher, eventuell schädlicher Stoffe. Für die Bürger in Rheinland-Pfalz stellt der Bürgerservice hier sogar Infos zum Download bereit.

Die sachgemäße Lagerung - so unendlich wichtig!

Abgesehen davon, dass der Verwender von Garten-Chemie die benötigten Mittel stets in möglichst kleiner Menge kaufen sollte, um gar nicht erst lagern zu müssen, stellt sich natürlich dennoch die Frage, wie man die Chemikalien lagern kann, wenn doch einmal etwas übrigbleibt. Reste einfach in den Müll zu kippen, ist unlogisch - dieses Vorgehen erfordert größere Nachproduktion, belastet die Umwelt durch die Entsorgung und ist zudem unwirtschaftlich. Nicht immer ist jedoch ein geeigneter Aufbewahrungsort für Glyphosat, nitrathaltige Substanzen usw. so schnell gefunden. Es ist dabei an folgende Lagerungskriterien zu denken:

- Schutz vor Witterung, Temperatur, Nässe: Kartonverpackungen, Plastikbehälter - die Verpackungen für die Chemikalien sind sehr unterschiedlich. Sie sind praktisch für Versand und Verkauf, halten aber nicht jedem Einfluss von außen auf Dauer Stand. So kann sich ein Kunststoffbehälter bei Hitze ausdehnen, bestens bekannt vom berühmten Bezinkanister, im Garten für den Rasenmäher benötigt. Platzt das Behältnis, sind schnell etliche Liter Grundwasser in höchster Gefahr. Dringt Nässe zu einer Papierverpackung vor, weicht diese (oft samt Inhalt) auf - das Mittel ist nicht mehr verwendbar und auch hier können unerwünschte Folgeerscheinungen auftreten, sofern nicht sachgemäß gelagert wird. Deswegen müssen Chemikalien in Landwirtschaft und Garten unbedingt witterungsgeschützt und temperaturbeständig gelagert werden.

- Schutz vor unbefugter Nutzung: Gerade Kinder finden oftmals aus lauter Langeweile nichts Besseres zu tun, als im Garten auf Erlebnisreise zu gehen. Es braucht gar nicht viel Phantasie, um sich vorstellen zu können, was passieren könnte, wenn giftige Pflanzenschutzmittel in Kinderhände geraten. Nicht nur, dass überflüssige Mengen davon in Boden und Grundwasser landen - auch die Gesundheit der Kleinen ist bei unsachgemäßer, das heißt frei zugänglicher Lagerung in einer riesengroßen Gefahr. Deswegen müssen die Lagerungsorte für alle Gefahrgut-Substanzen unbedingt sicher abschließbar sein.

So genannte Umweltschränke sind das einzige wirklich zuverlässige Mittel, um wirklich alle Gefahren ausschließen zu können. Diese Metallschränke sind abschließbar, mit robusten Auffangwannen aus widerstandsfähigem Metall ausgerüstet und machen nicht nur in wenigen Sekunden Ordnung, sondern schützen die Natur und die Menschen in der Umgebung. Egal ob ein Granulat, eine Flüssigkeit oder eine Chemikalie als Salz zum Auflösen: Hier ist alles bestens aufgehoben. Keine Sonneneinstrahlung, keine Feuchtigkeit können unerwünschte Schäden anrichten. Wer den Schlüssel gut aufbewahrt, läuft auch nicht Gefahr, dass unbefugte Menschen Zugriff auf die Chemie erhalten und damit (fahrlässig, da aus Unwissenheit oder vielleicht sogar absichtlich) Unsinn machen. Außerdem hat jeder Kleingärtner und Großlandwirt durch diese Umweltschränke stets im Blick, welche Pflanzenschutzmittel, Dünger und Co. er noch auf Lager hat und was er bei Bedarf nachkaufen muss. Wo immer es vermieden werden kann, sollten keine zu große Mengen gekauft werden - was nicht gelagert werden muss, kann gar nicht erst auslaufen oder verdampfen.

Achtung auch bei Reinigungsarbeiten der Geräte und Maschinen

Der sorgsame Umgang mit Chemikalien in der Anwendung und Lagerung ist nur eine Seite dieses sensiblen Themas: Was passiert denn, wenn der Streuwagen nach dem Ausbringen vom Rasendünger gewaschen werden muss? Und in viel größeren Dimensionen findet dies natürlich bei landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen zwangsläufig statt. Auch hier geraten natürlich Substanzen auf schnellstem Wege unkontrolliert in den Boden und das Wasser. Hier sollte sich jeder seiner Verantwortung gegenüber Umwelt und Mitmenschen bewusst sein, und ganz klar nach geeigneten Möglichkeiten (zum Beispiel dem Gelände einer Waschanlage, bei der das Wasser nicht einfach in die Kanalisation läuft) suchen. Für die Landwirtschaft hat man sich hier schon etwas einfallen lassen, wie in diesem aktuellen Video vom 12.07.2016 zu sehen ist. Ein nicht unerheblicher Schaden kann entstehen, wenn einfach auf dem Rasen oder innerhalb des Anwesens Geräte gereinigt werden. Der Rasenmäher als einfaches Beispiel: Wird er gewaschen, enthält das hierbei entstehende Abwasser nicht nur Rasenreste - sondern auch Maschinenöl und Benzinreste, wovon wenige Tropfen genügen, um tausende Liter Wasser und viele Kubikmeter Erdreich zu vergiften.

Selbstkontrolle bei der Anwendung, Eigenverantwortung bei der Lagerung, bei beiden Themen das Befolgen der Gesetze und natürlich die Vermeidung von Chemie, wann immer es möglich ist: So arbeiten die Gärtner und Landwirte gemeinsam an einer gesünderen Umwelt im Sinne folgender Generationen.