Viele ausländische Ärzte im Land können nicht richtig Deutsch

Viele ausländische Ärzte im Land können nicht richtig Deutsch

Die Zahl der ausländischen Ärzte in Kliniken in Rheinland-Pfalz hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Viele von ihnen sprechen schlecht deutsch. Das könne zu Behandlungsfehlern führen, warnt die Landesärztekammer.

Wer ins Krankenhaus kommt, erwartet, dass ihn der behandelnde Arzt versteht. Doch das ist nicht immer so. "Ich war erst vor Tagen im Krankenhaus Bitburg. Da habe ich keinen Arzt verstanden", behauptet etwa ein Kommentator in einem Internetforum. Alle redeten dort etwas Deutsch, etwas Englisch und etwas aus dem Land, aus dem sie herkämen. Auch in den Krankenhäusern der Region nimmt die Zahl der ausländischen Ärzte zu. Im Bitburger Krankenhaus stammen 27 der 89 dort angestellten Ärzte aus dem Ausland. Eine Folge des Ärztemangels, sagt Günther Matheis, Vorsitzender der Bezirksärztekammer. Es sei heute schwieriger, deutsche Ärzte für frei werdende Stellen zu finden.

Die Zahl der ausländischen Ärzte in Rheinland-Pfalz ist von 2000 bis 2012 um 81 Prozent gestiegen: von 779 auf 1409. Die meisten Ärzte arbeiten in Kliniken, stammen zumeist aus Rumänien, Russland, Griechenland, Syrien oder dem Iran. Auch 51 Mediziner aus Luxemburg arbeiten in Rheinland-Pfalz.

Verständigungsprobleme dürften bei den Ärzten aus dem Nachbarland eher selten sein. Doch bei vielen anderen ausländischen Ärzten hapert es mit der deutschen Sprache, sagt Frieder Hessenauer, Präsident der Landesärztekammer. Oft seien die Sprachkenntnisse unzureichend.

Sprachliche Missverständnisse seien häufig Ursache für Behandlungsfehler. Zwar muss jeder Arzt, der in Deutschland arbeiten will, Deutschkenntnisse nachweisen. In Rheinland-Pfalz müssen die Ärzte seit August vergangenen Jahres zusätzlich eine praktische Sprachprüfung ablegen, in der auch ein Gespräch zwischen Arzt und Patient nachgestellt wird. Rheinland-Pfalz ist das einzige Bundesland mit einem solchen verpflichtenden Sprachtest. Landesärztekammer und Landesregierung fordern, dass der Test bundesweit Pflicht wird. Gesundheitsminister Alexander Schweitzer (SPD) will einen Antrag auf der nächsten Gesundheitsministerkonferenz stellen.