1. Region
  2. Rheinland-Pfalz

Vogelgrippe in Luxemburg und Belgien - Trier-Saarburg und Bitburg-Prüm erlassen Vorsichtsmaßnahmen

Tierseuche : Zwei Landkreise in der Region warnen vor der Vogelgrippe

Im nahen Luxemburg und Belgien wurde die Vogelgrippe nachgewiesen. Auch in der Region müssen Geflügelhalter daher nun vorsichtig sein.

Als hätte die Welt mit Corona nicht schon genug zu tun. Nun sind in der Großregion auch noch Fälle von Vogelgrippe aufgetreten. So warnen die Kreisverwaltungen Bitburg-Prüm und Trier-Saarburg, dass sowohl in den luxemburgischen Gemeinden Betzdorf und Olingen als auch in der belgischen Gemeinde Menen die Geflügelpest vom Typ H5N8 in Nutztierbeständen festgestellt wurde. Eine aus Asien stammende Viruserkrankung zu deren Symptomen laut Landesuntersuchungsamt Atemnot, Apathie, Durchfall und Blaufärbung der Haut zählen.

Die beruhigende Nachricht vorweg: Auf den Menschen wurde die Vogelgrippe in Deutschland – anders als in Asien oder Ägypten – laut Robert-Koch-Institut bisher noch nie übertragen. Auch der Verzehr von Fleisch oder Eiern ist nach gründlichem Erhitzen unbedenklich. Für Hühner, Enten, Gänse, Puten, Tauben, Fasane, Pfaue, Schwäne, Strauße oder Emus endet eine Ansteckung allerdings meist tödlich. Eingeschleppt wird der Erreger meist von Zugvögeln.

Um die betroffenen Gemeinden wurden Schutzzonen gezogen. Auch der Kreis Trier-Saarburg hat nach Auskunft seiner Pressestelle wegen der Grenznähe des Ausbruchs eine Überwachungszone eingerichtet, die die Orte Temmels, Wellen, Nittel, Köllig, Rehlingen, Wincheringen sowie Wehr umfasst. Dort muss sämtliches Geflügel nun im Stall bleiben – oder so untergebracht werden, dass es nicht mit Wildvögeln in Kontakt kommen kann. Tiere, Eier oder Mist dürfen den Betrieb nicht mehr verlassen und Tierhalter dürfen nur noch mit Schutzkleidung und desinfizierten Schuhen in den Stall. Wenn Tiere erkranken oder sterben, muss man das Veterinäramt unverzüglich informieren. Die Maßnahmen gelten mindestens bis zum 13. Oktober.

Der Eifelkreis Bitburg-Prüm hat zwar offiziell keine Schritte ergriffen, bittet alle Geflügelhalter aber dennoch, sich an die gleichen Vorsichtsregeln zu halten und dem Veterinäramt zu melden, wenn man Geflügel hält – egal ob privat oder gewerblich.

Aber muss man sich jetzt direkt Gedanken machen, wenn man im Garten einen toten Vogel findet? „Einzelne tote Spatzen oder Amseln im Garten sind kein Grund zur Sorge“, schreibt das Landesuntersuchungsamt (LUA). Gerade im Herbst sterben viele Vögel an Entkräftung. Und von Singvögeln gehe ohnehin kein besonderes Ansteckungs-Risiko aus. Gartenvögel kann man also ruhig weiter füttern. Allerdings ist es – wie so oft in diesen Zeiten – wichtig, auf Hygiene zu achten und sich die Hände gut zu waschen.

Wenn jedoch viele tote Vögel an einem Ort liegen oder auch große Tiere wie Gänse, Schwäne oder Enten, dann sollte man das Veterinäramt informieren, rät das LUA. Dieses könne dann die Untersuchung einleiten. Und wichtig: Generell sollte man tote Vögel nicht anfassen! Auch bei Hunden oder Katzen gilt es zu verhindern, dass sie mit verendetem Federvieh in Berührung kommen. Die Vierbeiner können zwar nicht selbst erkranken, das Virus jedoch weitertragen, erklärt das Landesuntersuchungsamt, das sich mit Tierseuchen ebenso gut auskennt wie mit Infektionskrankheiten, die dem Menschen zu schaffen machen.