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Vogelgrippe in Rheinland-Pfalz - Was Geflügelhalter beachten müssen

Landwirtschaft : Vogelgrippe erreicht Rheinland-Pfalz – Was jetzt zu beachten ist

Schlechte Nachrichten für Geflügelhalter und Vogelliebhaber: Die Vogelgrippe hat Rheinland-Pfalz erreicht. Worauf Spaziergänger und Geflügelhalter jetzt achten sollten.

Im September war sie bereits in Luxemburg angekommen, nun hat die Vogelgrippe auch Rheinland-Pfalz erreicht. Das Veterinäramt Bitburg-Prüm und das rheinland-pfälzische Umweltministerium warnen. Es gelte nun zu verhindern, dass die Tierseuche auf Hausgeflügel übergreift.

Hier wurden infizierte Vögel gefunden

An zwei Seen im Westerwaldkreis waren mehrere verendete Wildvögel gefunden worden, bei denen der Verdacht einer Infektion mit dem H5N1-Virus inzwischen durch das Friedrich-Löffler-Institut bestätigt wurde. Im Westerwald müssen Hühner nun in den Ställen bleiben. Die schlechte Nachricht ist: Das Friedrich-Loeffler-Institut – das Bundesinstitut für Tiergesundheit – stuft das Risiko, dass sich die Vogelgrippe ausbreitet, beim aktuellen Herbstzug von Vögeln als hoch ein.

Die Geflügelpest vom Typ H5N8 ist eine aus Asien stammende Viruserkrankung zu deren Symptomen laut Landesuntersuchungsamt Atemnot, Apathie, Durchfall und Blaufärbung der Haut zählen.

Die Vogelgrippe: Gefährlicher für Geflügel als für den Mensch

Auf den Menschen wurde die Vogelgrippe in Deutschland – anders als in Asien oder Ägypten – laut Robert-Koch-Institut bisher noch nie übertragen. Auch der Verzehr von Fleisch oder Eiern ist nach gründlichem Erhitzen unbedenklich. Für Hühner, Enten, Gänse, Puten, Tauben, Fasane, Pfaue, Schwäne, Strauße oder Emus endet eine Ansteckung allerdings meist tödlich. Eingeschleppt wird der Erreger meist von Zugvögeln.

Worauf Geflügelhalter nun achten sollen

Das rheinland-pfälzische Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität ruft alle geflügelhaltenden Betriebe – auch Privathalter – dazu auf, die Maßnahmen zur Biosicherheit in ihren Beständen zu verstärken. Dazu gehört vor allem, einen möglichen Eintrag des Virus durch Kontakt zu Wildvögeln zu vermeiden. Zum Beispiel soll man Teiche, auf denen Hausgeflügel mit Zugvögeln zusammentreffen könnten, abdecken, noch stärker auf Hygiene achten und das Geflügel wachsam beobachten, um Verdachtsfälle schnell zu erkennen.

Wer verendete Wasser- und Greifvögel findet, sollte dies unverzüglich dem zuständigen Veterinäramt melden.

Worauf Spaziergänger nun achten müssen

Aber muss man sich jetzt direkt Gedanken machen, wenn man im Garten einen toten Vogel findet? „Einzelne tote Spatzen oder Amseln im Garten sind kein Grund zur Sorge“, schreibt das Landesuntersuchungsamt (LUA). Gerade im Herbst sterben viele Vögel an Entkräftung. Und von Singvögeln gehe ohnehin kein besonderes Ansteckungs-Risiko aus. Gartenvögel kann man also ruhig weiter füttern. Allerdings ist es wichtig, auf Hygiene zu achten und sich die Hände gut zu waschen.

Wenn jedoch viele tote Vögel an einem Ort liegen oder auch große Tiere wie Gänse, Schwäne oder Enten, dann sollte man das Veterinäramt informieren, rät das LUA. Dieses könne dann die Untersuchung einleiten. Und wichtig: Generell sollte man tote Vögel nicht anfassen! Auch bei Hunden oder Katzen gilt es zu verhindern, dass sie mit verendetem Federvieh in Berührung kommen. Die Vierbeiner können zwar nicht selbst erkranken, das Virus jedoch weitertragen, erklärt das Landesuntersuchungsamt, das sich mit Tierseuchen ebenso gut auskennt wie mit Infektionskrankheiten, die dem Menschen zu schaffen machen.

Das Umweltministerium hat Informationen zu Schutzmaßnahmen zusammengestellt.