Vogels Kinder

TRIER. Bernhard Vogel war als CDU-Politiker maßgeblich an der Etablierung privater Rundfunk- und Fernsehsender in Deutschland beteiligt. Er hält diesen Schritt auch im Rückblick für absolut notwendig.

Herr Vogel, hätten Sie, als Sie das Pilotprojekt in Ludwigshafen planten, annähernd die Entwicklung vorausgesagt?Vogel: Die Wirklichkeit entwickelt sich immer anders als die Erwartung. Wir haben schon gehofft, dass das sich durchsetzt. Aber dass da eine ganze Branche neu entsteht mit zehntausenden Arbeitsplätzen, war schon überraschend. Wie viel Parteipolitik steckte damals in der Entscheidung für den privaten Rundfunk?Vogel: Es gab in der CDU Leute, die wollten ein "schwarzes" Gegengewicht zur "roten" ARD schaffen. Davon habe ich nie was gehalten. Ich wollte Konkurrenz ermöglichen, nachdem das Mitte der 80er-Jahre erstmals technisch möglich wurde. Wenn Sie manchmal die Programme der Privaten gesehen und gehört haben, kam Ihnen schon mal der Gedanke, man hätte diese Kiste besser zu gelassen?Vogel: Nein, denn die Auswahl bleibt doch dem Bürger überlassen. Das ist vielleicht nicht immer höchste Qualität, aber es sind ja auch im öffentlich-rechtlichen Bereich neue, anspruchsvolle Angebote dazu gekommen. Wie wichtig war Ludwigshafen für diese ganze Entwicklung?Vogel: Die entscheidende Schlacht ging im Vorfeld darum, die Lücke für die neuen Angebote zu öffnen. Und das war eben Ludwigshafen. Ab diesem Zeitpunkt entschied sowieso der Markt. Beobachten Sie eigentlich heute noch die Szenerie im Lande?Vogel: Wenn man Kinder in die Welt gesetzt hat, verliert man nie das Interesse für sie. Das Interview führte unser Redakteur Dieter Lintz.

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