Volkszähler befragen fast 6000 Menschen in der Region

Volkszähler befragen fast 6000 Menschen in der Region

Beruf, Einkommen, Wohnen: Jetzt sind auch Menschen in der Region gefragt. Sie sollen umfassend über ihre Lebensverhältnisse Auskunft geben. Denn die Volkszähler sind unterwegs. Rheinland-Pfalz zahlt für den jährlichen Mikrozensus 800.000 Euro. Kommunen und Forschung profitieren davon.

18 000 der insgesamt 1,8 Millionen Haushalte in Rheinland-Pfalz werden vom Statistischen Landesamt in jedem Jahr für den sogenannten Mikrozensus herangezogen. Etwa 2600 Haushalte und 5800 Menschen in der Region Trier sind betroffen. Den 62 Seiten umfassenden Fragenkatalog muss der jeweilige Haushaltsvorstand beantworten, ob er will oder nicht. Das ist gesetzlich seit 2005 geregelt. Angaben zum Beispiel zur Person, zu Beruf, Arbeitssuche, Schule, Lebensunterhalt, Einkommen oder Wohnsitz werden abgefragt.

Jürgen Hammerl, Pressesprecher des Statistischen Landesamtes in Bad Ems, betont den Unterschied zu der großen Volkszählung, bei der zuletzt 2011 ein Drittel der Bevölkerung befragt wurde und deren Ergebnisse noch immer nicht komplett ausgewertet vorliegen. "Die große Befragung von 2011 bietet zwar eine geringere fachliche Tiefe. Dafür können die Daten regional kleinräumig ausgewertet werden", sagt Hammerl. Der Mikrozensus biete dagegen vielfältigere Erkenntnisse, die allerdings nur bis auf die Ebene von Planungsregionen oder mehreren Landkreisen heruntergebrochen würden.

"Die seit 1957 kontinuierlich erhobenen Daten bieten anonymisiert aktuelle Zahlen zur Bevölkerungsstruktur sowie zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Bevölkerung."

Die Kommunen nutzen vor allem die Daten der bundesweiten, großen Volkszählung, wie eine Umfrage des Volksfreunds bei den Kreisen der Region und der Stadt Trier bestätigte. Interessiert sind die Kommunen besonders an den mit dem Zensus ermittelten amtlichen Einwohnerzahlen. Denn diese sind relevant für die Finanzzuweisungen von Bund und Land. So durften sich die Stadt Trier und die vier Kreise in der Region nach Veröffentlichung der neuen Zahlen im Mai 2013 über eine Verbesserung der finanziellen Ausstattung um 7,6 Millionen Euro freuen, wobei der Kreis Trier-Saarburg mit einer Nachzahlung von 2,1 Millionen Euro am meisten profitierte.

Die Daten von Zensus und Mikrozensus werden zudem von Wissenschaft, Unternehmen, Kammern und Verbänden genutzt. Sie sind in großen Teilen öffentlich zugänglich. Das komplette Ergebnis der Volkszählung 2011 soll im Frühjahr vorliegen. Extra

Welchen Nutzen hat der Mikrozensus für die Kommunen? Wann kommen die Interviewer wohin? Diese Fragen beantworten wir für jeden Landkreis:

Stadt Trier
Landkreis Trier-Saarburg
Eifelkreis Bitburg-Prüm
Landkreis Bernkastel-Wittlich
Vulkaneifelkreis

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