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Von der Intensivstation aufs Playboy-Cover

Von der Intensivstation aufs Playboy-Cover

Cathy Schmitz aus Wittlich arbeitet als Krankenschwester und erzieht eine fünfjährige Tochter. Gleichzeitig hat es die 23-Jährige auf die Titelseite des Männermagazins Playboy (November-Ausgabe) geschafft und sich damit einen Traum erfüllt. In glanzvoll spricht die gebürtige Daunerin über ihre Wurzeln und ihre rasante Modelkarriere.

Frau Schmitz, was ist das für ein Gefühl, ihr Bild als eine der fünf schönsten Krankenschwestern Deutschlands auf dem Cover des Playboy zu sehen?

Cathy Schmitz: "Einfach geil! Ich gehe einkaufen und sehe die Hefte im Regal. Sie liegen so versetzt aufeinander, dass ausgerechnet ich zu sehen bin, weil ich ganz links stehe. Ich bin auch im Making-of-Video auf der Playboy-Homepage gleich am Anfang zu sehen. Das habe ich ohne fremde Hilfe geschafft, das heißt ohne irgendwelche Beziehungen zu wichtigen Leuten."

Wie viel Cathy-Style steckt in den Bildern?

Schmitz: "Beim Foto-Shooting für den Playboy war der sogenannte Nude-Look angesagt, also ein Aussehen fast wie ungeschminkt. Normalerweise schminke und kleide ich mich gerne sehr auffällig, zum Beispiel mit knallig rotem Lippenstift und Zwölf-Zentimeter-High-Heels. So gehe ich auch schon mal einkaufen - viele Leute kennen mich so."

Wie hat das mit dem Modeln denn angefangen?

Schmitz: "Meine Schwester Beate hat schon früh zu mir gesagt: ,Du wirst mal ein Model.' Ich habe immer vom Playboy geträumt und wollte sein wie Pamela Anderson. Mit 18 bin ich erst einmal Mutter geworden. Nach ein paar Jahren hab' ich mir dann vorgenommen: Ich packe es an."

Wie kam der Kontakt zu Playboy zustande?

Schmitz: "Ich hatte einen Aufruf gesehen, dass Bunnys für den neuen Playboy Club Köln gesucht werden. Bei meiner Bewerbung war das Casting eigentlich schon vorbei. Sie haben mich aber trotzdem eingeladen und mir dann eine Vollzeitstelle angeboten. Weil ich eine Dreiviertelstelle im Krankenhaus habe, konnte ich aber nur nebenbei im Club arbeiten."

Was passierte bis zur Eröffnung im August 2012?

Schmitz: "Trainer haben uns einen Monat lang geschult - auf Englisch, da wir viele internationale Gäste hatten. Es gab genaue Regeln zu Optik und Verhalten. Der exklusive Club mit Dresscode bestand aus einer Disco, Restaurants und einer Cocktail-Bar. Gestrippt wurde da übrigens nicht!"

Was waren ihre Aufgaben im Club?

Schmitz: "Entertainment. Das heißt die Gäste bedienen, für Stimmung sorgen, zum Tanzen animieren. Es hat mir einfach Spaß gemacht, mit den Gästen zu lachen. Ich war fast immer bei den VIPs eingeteilt, habe Promis wie mein Vorbild Pamela Anderson, den Fußballer Lukas Podolski und Model Marcus Schenkenberg getroffen. "

Wie verträgt sich diese Glamour-Welt mit der Arbeit als Krankenschwester?

Schmitz: "Da hat man auch mit Leid zu tun. Zudem kümmere ich mich um meine Tochter. Da brauche ich einen Ausgleich. Im Club habe ich mich ausgelebt. Die Zeit bis zur Schließung des Clubs im Mai 2013 war super und hat mich mit viel Glück erfüllt."

Warum sind Sie Krankenschwester geworden?

Schmitz: "Ich kann gut mit Menschen umgehen. Meine Schwester Beate ist auch Krankenschwester und studiert Medizin. Ich habe die Mittlere Reife an der Dualen Oberschule in Wittlich gemacht, wo ich seit dem Jahr 2000 mit meiner Familie lebe. Nach einem Praktikum folgte die Ausbildung im Brüderkrankenhaus Trier. Zwischenzeitlich habe ich auf der Intensivstation im St.-Elisabeth-Krankenhaus Wittlich gearbeitet. Aktuell arbeite ich nicht mehr dort, aber weiterhin in der Krankenpflege."

Was macht den Beruf aus?

Schmitz: "Wir haben eine hohe Verantwortung. Zum Beispiel müssen viele Patienten künstlich beatmet werden. Wir müssen ein umfangreiches medizinisches und pharmakologisches Wissen haben."

Wie haben Ihre damaligen Vorgesetzten in dem katholischen Krankenhaus auf Ihre Rolle als Playboy-Bunny reagiert?

Schmitz: "Ich habe die Verantwortlichen frühzeitig informiert. Sie fanden es okay und haben nichts dagegen."

Wie kam es zu den Aufnahmen im Playboy-Magazin?

Schmitz: "Ich habe mich mit verschiedenen Fotos beworben und tatsächlich die Zusage für eine Titelproduktion inklusive großer Fotostrecke und Interview im Innenteil bekommen. Aufs Cover kommen normalerweise nur Promis, deshalb ist das eine super Chance für mich."

Wie lief das Shooting mit den vier anderen Krankenschwestern ab?

Schmitz: "Ich bin von Köln nach München geflogen und stand dort drei Tage lang von morgens bis abends vor der Kamera von Playboy-Fotograf Wilfried Wulff. Weil ich superlange Haare habe, bekam ich zuerst einen Zopf gebunden. Später haben wir aber auch Fotos mit offenen Haaren gemacht. Die Atmosphäre am Set war locker. Es gab es eine Rundumversorgung für uns, dazu viele Helfer und Stylisten."

Waren die Nacktaufnahmen ein Problem für Sie?

Schmitz: "Anfangs hatte ich leichte Bedenken. Aber dann dachte ich mir: Ich bin beim Playboy, das ist das höchste der Gefühle. Es ist eine Ehre für mich, den Namen dieser renommierten Weltmarke mit einer großen Tradition zu repräsentieren. Das ist schon krass."

Wie reagieren Sie auf Lästereien?

Schmitz: "Es kommen schon mal blöde Kommentare von anderen Frauen. Aber das macht mir nichts. Ich zeige den Menschen, dass ich es schaffen kann. Meine Familie steht hinter mir. Meine Schwester hilft mir bei der Organisation der Termine."

Kennen Sie das Glamour-Model Jordan Carver, die auch aus der Eifel stammt und in den USA lebt?

Schmitz: "Ja, sie kommt wie ich aus Wittlich. Ich habe sie in der Zeitung und im Fernsehen gesehen, aber noch nicht persönlich getroffen."

Beim Oktoberfest in Wittlich standen Sie plötzlich vor Tausenden von Menschen im Dirndl auf der Bühne. Wie kam es dazu?

Schmitz: "Schlagerstar Jürgen Drews hat mich gesehen und spontan gesagt: ,Du kommst mit mir auf die Bühne.' Ich bin dann den ganzen Auftritt lang dort oben geblieben. Wir haben uns später noch unterhalten und Fotos gemacht."

Was bedeutet ihre fünfjährige Tochter für Sie?

Schmitz: "Ich bin derzeit Single. Meine Tochter spielt privat die Hauptrolle, hat mein Leben positiv verändert. Sie sieht aus wie ich und ist genauso verrückt. Sie ist schon ein großer Playboy-Fan und hat Bunny-Ohren geschenkt bekommen. Wenn ich unterwegs bin, kümmert sich meine Familie um die Kleine."

Es gibt viele Models, die sich operieren lassen. Wie sieht das bei Ihnen aus?

Schmitz: "Bei mir ist alles echt. Auch Botox-Spritzen sind kein Thema für mich."

Wie geht es jetzt mit der Modelkarriere weiter?

Schmitz: "Die Nacktaufnahmen waren eine einmalige Sache. Ich möchte aber gerne weiter für Fotos oder Videos modeln. Ich habe zum Beispiel einen Werbeclip für Daniela Katzenberger gedreht. Es kommt immer auf die Angebote an. Auf meiner öffentlichen Facebook-Fanseite ,Crazy Cathy' können mit alle schreiben und mein Leben verfolgen."

Motive aus der Playboy-Fotostrecke mit Cathy Schmitz im Internet unter www.playboy.de