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Vorsicht Einbrecher: Neue Masche mit Plastikstreifen

Vorsicht Einbrecher: Neue Masche mit Plastikstreifen

Die Polizei nennt die Masche eine moderne Variante der alten Gaunerzinken: Mit einem zwischen Haustür und Rahmen geklemmten Plastikstreifen überprüfen Langfinger, ob sie bei einem Einbruch freie Bahn haben. Auch in der Region hat die Methode Konjunktur.

Diebe machen keine Sommerferien. Im Gegenteil. Gerade wenn viele Menschen im Urlaub sind, haben Einbrecher alle Hände voll zu tun. Sie suchen dann gezielt nach Häusern und Wohnungen, deren Bewohner für Tage oder Wochen außer Haus sind.

Überprüft wird dies immer häufiger mit einem durchsichtigen kleinen Plastikstreifen, den die Langfinger in U-Form biegen und zwischen Haustür und Rahmen klemmen. Ist der Kunststoffstreifen am Tag drauf noch da, haben die Einbrecher so wie sicher freie Bahn. Liegt das Teil auf dem Boden oder ist verschwunden, hat inzwischen jemand die Türe geöffnet und ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass jemand zu Hause ist. In der Vorderpfalz haben Polizeibeamte in den vergangenen Tagen gleich mehrfach verdächtige Plastikstreifen entdeckt.

Im Bereich des Trierer Polizeipräsidiums ist ein ähnlicher Fall aus dem vergangenen Jahr im Altkreis Bitburg bekannt. In diesem Jahr entdeckten Bewohner im Moselort Klüsserath einen Papierstreifen, der zwischen Haustür und Rahmen steckte. Zwei etwas abgewandelte Varianten gab es laut Polizeisprecher Karl-Peter Jochem im Trierer Stadtgebiet. In einem Fall wurde eine Wollmütze im Eingangsbereich deponiert, im anderen Fall ein Stück Papier. Nicht zufällig, sondern gezielt, sagt Jochem. Die Masche sei ähnlich wie beim eingeklemmten Plastikstreifen: Ist die Mütze oder das auffällig abgelegte Stück Papier am nächsten Tag nicht mehr da, war in der Zwischenzeit jemand dort. Die Maschen gelten als moderne Varianten der sogenannten Gaunerzinken. Dies sind auf Hauswände, Briefkästen oder Zäune gemalte Geheimzeichen, die anderen Ganoven etwa signalisieren, wo etwas zu holen ist, ein Hund gehalten oder schnell die Polizei gerufen wird.

Die Ermittler gehen bei den modernen Gaunerzinken von einer hohen Dunkelziffer aus, weil die Papier- oder Plastikstreifen von Bewohnern häufig gar nicht entdeckt werden. Wer verdächtige Zeichen oder Gegenstände am Eingang bemerke, die vorher nicht dort waren, sollte die Polizei informieren, rät Sprecher Karl-Peter Jochem. Zudem sollten auch Nachbarn, die nach der Wohnung schauen, auf solche Zeichen achten.