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Vorzeige-Polizist vor Gericht

Vorzeige-Polizist vor Gericht

Ab heute muss sich ein 57-jähriger Polizist aus Daun vor Gericht verantworten, weil er ein minderjähriges Mädchen mehrfach unsittlich berührt und geküsst haben soll. Der Verteidiger des Beamten kündigte ein umfassendes Geständnis an.

Der seit fast fünf Monaten in Untersuchungshaft sitzende 57-jährige Polizist hatte sich im Mai selbst angezeigt . Er war im Vulkaneifelkreis seit über zwei Jahrzehnten für die Verkehrserziehung von Kindern zuständig, hat in dieser Zeit Tausende Kindergartenkinder und Schüler unterrichtet.

Offenbar ohne einen einzigen Zwischenfall. Das jedenfalls sagt der Verteidiger des Polizisten, der Trierer Rechtsanwalt Andreas Ammer. An einem anfangs elfjährigen Mädchen aus der Nachbarschaft soll sich der Beamte allerdings insgesamt 44-mal vergangen haben. In der Anklageschrift ist von intensiven Küssen und unsittlichen Berührungen die Rede.
Ab heute steht der einstige Vorzeigebeamte in Trier vor Gericht; für den Missbrauchsprozess sind zunächst zwei Verhandlungstage angesetzt.

Im Gespräch mit unserer Zeitung kündigte der Verteidiger des Angeklagten ein umfassendes Geständnis seines Mandanten an. "Er bereut die Übergriffe zutiefst, will auf keinen Fall, dass das Opfer als Zeuge vernommen werden muss und dadurch womöglich zusätzlich leidet", sagt Rechtsanwalt Andreas Ammer.

Der bislang völlig unbescholtene Polizist habe "alles rückhaltlos eingestanden" und wolle auch nichts verharmlosen.
Bleibt es bei den zwei Verhandlungstagen, ist am Donnerstag mit einem Urteil zu rechnen. "Unser Ziel ist eine Bewährungsstrafe", sagt Verteidiger Andreas Ammer.

Darüber hinaus drohen dem Polizisten allerdings auch noch disziplinarrechtliche Konsequenzen. Je nachdem, wie das Urteil ausfällt, muss der 57-Jährige mit seiner Entlassung aus dem Polizeidienst rechnen.