Warum hat’s gerumst?

TRIER. Auch einen Tag nach den mysteriösen Explosionsgeräuschen, die nicht nur in Trier für zahlreiche Anrufe besorgter Bürger bei der Polizei gesorgt hatten, ist die Ursache weiter unbekannt. Experten glauben allerdings, den Grund zu kennen: den so genannten Überschallknall.

Mittwochmorgen, kurz nach halb zehn: In Trier ist ein dumpfer Knall wie von einer fernen Detonation zu hören. Sekundenbruchteile später scheint die Erde leicht zu beben, wackeln in vielen Schränken Tassen und Teller. Knapp drei Stunden danach wiederholt sich das Spiel noch einmal. Etliche besorgte Bürger meldeten sich anschließend bei der Polizei, wollten wissen, was es mit den mysteriösen Geräuschen auf sich hat. "Doch auch wir wussten zunächst nicht, was los ist", sagt Polizeisprecherin Monika Peters. Die Detonationen waren nach Peters' Angaben nicht nur in Trier zu hören. Auch aus dem benachbarten Saarland und aus Luxemburg seien entsprechende Informationen eingegangen. Doch auch dort kannte niemand den Grund. Gerüchte, wonach es sich um Sprenggeräusche aus einem Steinbruch gehandelt haben könnte, entpuppten sich als Ente. Auch von Explosionen wurde den Behörden bis gestern nichts bekannt. Handelte es sich also möglicherweise um ein kleineres Erdbeben? "Das ist definitiv auszuschließen", sagte Professor Harald Ehses, Chef des Landesamts für Geologie und Bergbau gestern dem TV. Wäre es ein Erdbeben gewesen, hätten dies mehrere der insgesamt acht rheinland-pfälzischen Erdbebenmessstationen angezeigt, sagt Ehses. Allerdings: Eine Messstation hat in der fraglichen Zeit am Mittwoch tatsächlich leichte Ausschläge auf der so genannten Richterskala registriert. Weil aber nur eine Messstation "reagierte" und nicht mehrere, war für die Mainzer Geologen klar: Das war kein Erdbeben. Aber was dann? "Wahrscheinlich war's ein so genannter Überschallknall", sagt Professor Ehses. "Ich tippe auf eine tief fliegende Militärmaschine." Ein Überschallknall ist die hörbare Komponente einer Schockwelle. Diese entsteht, wenn Militärjets oder ein Zivilflugzeug wie früher die Concorde Überschallgeschwindigkeit (etwa 1200 Kilometer pro Stunde) erreichen. Umgangssprachlich heißt es dann: Die Schallmauer wurde durchbrochen. Nach Aussage von Experten hängt die Lautstärke des Überschallknalls von der Menge der verdrängten Luft und somit von der Größe des Flugzeugs ab. Und: Je schneller und je höher der Jet fliegt, desto "leiser" der Knall. In Bezug auf die mysteriösen Geräusche am Mittwoch könnte die Vermutung des Mainzer Professors passen: Mehrere Augen- und Ohrenzeugen wollen in der fraglichen Zeit Militärjets am Himmel gesehen haben. Von welchem Stützpunkt die Flieger kamen, ist allerdings unbekannt.