Warum starb ein Achtjähriger aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich?

Warum starb ein Achtjähriger aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich?

Er hat sich selbst bei der Polizei gemeldet und gestanden, dass er seinen achtjährigen Neffen getötet habe. Der 27-Jährige, der wie der Junge aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich stammt, sitzt seit Montag in Untersuchungshaft.

Warum? Die Frage nach dem Warum beschäftigt derzeit die Ermittler des Polizeipräsidiums in Freiburg. Warum hat ein 27-Jähriger seinen acht Jahre alten Neffen getötet? "Wir haben keine Hinweise auf ein Motiv", sagt Polizeisprecher Walter Roth.

Der Mann und der Junge, die aus einem Dorf aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich stammen, waren seit Mittwoch in der 27.000-Einwohner-Stadt im Schwarzwald. Einen Tag sollen die beiden im knapp 30 Kilometer entfernten Europa-Park, einem großen Freizeitpark gewesen sein. Onkel und Neffe wohnten in einem neuen Feng-Shui-Hotel, das als familienfreundlich gilt und mit "höchster Gastfreundschaft" und Harmonie wirbt. Diese Harmonie ist irgendwann in der Nacht zum Sonntag zerstört worden, als der Junge getötet wurde. Vermutlich vom eigenen Onkel.

Stunden nach der Tat, am Sonntagmorgen gegen zehn Uhr, hat sich der 27-Jährige bei der Polizei in Emmendingen gemeldet. Er habe seinen Neffen getötet, soll er den Beamten gesagt haben. Zusammen mit dem Mann ist die Polizei dann in das Hotel gefahren. Im Zimmer der beiden hätten sie dann die Leiche des Achtjährigen gefunden, sagt der Polizeisprecher.

Einen Unfall haben die Ermittler von Anfang an ausgeschlossen. Der Junge sei mit einem Messer getötet worden. Das habe die Obduktion der Leiche am Montag ergeben, sagt Polizeisprecher Roth. Das Messer habe dem Onkel gehört. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft. "Wie es zur Tat gekommen ist, wissen wir nicht", sagt Roth. Ein Sexualdelikt könne nach der Obduktion der Leiche ausgeschlossen werden.

Die Eltern des Jungen, der am Montag wieder in die Schule gehen sollte, würden psychologisch betreut. Sie hätten von der Reise ihres Sohnes mit seinem Onkel gewusst. Seien damit einverstanden gewesen, sagt der Polizeisprecher. Eine Entführung könne ausgeschlossen werden. Der Leichnam des Achtjährigen soll nun in seine Heimat überführt werden.

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