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Was Abgeordnete nebenher verdienen: CDU Politiker führen Rangliste an

Was Abgeordnete nebenher verdienen: CDU Politiker führen Rangliste an

Gut 9300 Euro Diäten kassieren Bundestagsabgeordnete derzeit. Für viele ist das wohl nur ein Zubrot: Ein Viertel der Parlamentarier gibt Nebenverdienste zu Protokoll. Zu den bestbezahlten Genossen gehört Katharina Barley.

Wer im Monat 9327 Euro verdient, der muss nicht unbedingt noch einen Nebenjob machen, könnte man meinen. Doch Berechnungen von Abgeordnetenwatch.de zeigen, dass viele Bundestagsabgeordnete nebenher ordentlich kassieren.

Fast die Hälfte der CSU-Bundestagsabgeordneten (27 von 56) hat demnach erhebliche Zusatzeinkünfte. Bei der CDU ist es gut jeder Vierte (29 Prozent), bei der SPD jeder Fünfte (21 Prozent). Insgesamt haben 162 von 630 Volksvertretern seit der Bundestagswahl 2013 mindestens einen Zusatzverdienst ausgewiesen.

Unter den Abgeordneten der Region Trier hat einzig Katarina Barley (SPD, Platz 17 der Nebeneinkunfts-Rangliste) so hohe Einnahmen, dass sie diese ausweisen muss: Als SPD-Generalsekretärin erhält sie monatlich zwischen 7000 und 15.000 Euro.
Alle übrigen regionalen Volksvertreter bekommen weniger als 1000 Euro im Monat oder 10.000 Euro im Jahr nebenher und müssen dies daher nicht angeben.

An der Spitze der Topverdiener stehen drei Landwirte. Auf Platz 1 der CSU-Finanzpolitiker und Landwirt Philipp Graf von und zu Lerchenfeld mit mindestens 1.729.500 Euro seit der Wahl 2013. Dahinter lägen mit Johannes Röring (CDU/mindestens 1.321.500 Euro), Albert Stegemann (CDU/mindestens 1.206.000 Euro) und Stephan Harbarth (CDU/mindestens 1.025.000 Euro) weitere Unionspolitiker. Katarina Barley (SPD) kommt auf mindestens 231.000 Euro. Auch bei den Grünen streichen 11 von 63 der Abgeordneten Nebenverdienste ein, bei der Linkspartei 9 von 64.

"Dass Abgeordnete mit ihrem Nebenjob mehr als die Bundeskanzlerin verdienen, ist skandalös. Wir müssen darüber diskutieren, ob Nebeneinkünfte nicht komplett verboten gehören", sagte der Geschäftsführer von Abgeordnetenwatch, Gregor Hackmack. Er betont: Wenn Volksvertreter mehrere Millionen Euro von unbekannten Geldgebern kassieren, sei dies ein Einfallstor für Lobbyisten.