Was das Klimapaket für Ölheizungen bedeutet und welche Alternativen es gibt

Umwelt : Adieu Ölheizung! Aber was ist die Alternative?

Nirgendwo in Deutschland ist der Anteil der Haushalte, die mit Öl heizen, höher als in der Region Trier. Für die Zukunft gibt es viele Alternativen. Doch keine ist perfekt.

Das Klimapaket der Bundesregierung verbietet alte Ölheizungen zwar nicht. Doch Gründe, sie auszutauschen, gibt es genügend. Die einen denken ans Klima – an Buschbrände, Starkregen oder schmelzende Gletscher. Andere denken an die hohe Ölrechnung. Wieder andere an ein Gesetz, das dieses Jahr verabschiedet werden soll. Dieses sieht eine Austauschprämie für Ölheizungen vor. Bis zu 45 Prozent der Investitionskosten werden beim Umstieg auf umweltfreundlichere Heizsysteme gefördert. Schon jetzt kann man die Anträge beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle einreichen.

Ab 2026 dürfen neue Ölheizungen nur noch installiert werden, wenn man sie mit erneuerbaren Energien kombiniert – zum Beispiel mit Solarkollektoren oder einer Erdwärmepumpe. Und Heizkessel, die älter als 30 Jahre sind – also Baujahr 1990 – müssen 2020 ohnehin ausgetauscht werden.

Die Frage ist nur: Welche sinnvollen Alternativen gibt es? Eine Frage, die in der Region Trier noch viel relevanter ist als in allen anderen Teilen Deutschlands. Denn nirgendwo sind Ölheizungen so verbreitet wie hier. Daten des Statistischen Bundesamts zeigen, dass 2018 55,7 Prozent aller Wohnungen in der ländlichen Region mit Öl beheizt wurden. Insgesamt 128 000 Häuser und Apartments. Zum Vergleich: Im Bundesschnitt heizt „nur“ jeder vierte Haushalt mit Öl. In Düsseldorf nur jeder sechste.

Das Gespräch mit Energieexperten und Handwerksmeistern zeigt: Die eine, optimale Lösung gibt es nicht. „Die Wahl einer neuen Heizung soll gut durchdacht sein und auf die individuellen Wünsche und Gegebenheiten angepasst werden“, sagt Christina Land von der Energieagentur Rheinland-Pfalz. Sie rät Betroffenen dringend, sich von einem Energieberater informieren zu lassen.

Am einfachsten wäre es laut Hans Weinreuter, Energie-Experte bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, eine Erdgasheizung mit einer Solaranlage zu kombinieren. Der Haken: In ländlichen Regionen steht Erdgas meist gar nicht zur Verfügung. Und die Solaranlage funktioniert nur, wenn die Sonne scheint. Zudem sind viele Dächer in der Region noch mit Asbest gedeckt, das erst teuer entsorgt werden müsste, ehe Kollektoren auf dem Dach befestigt werden können.

Dann wären da noch die Wärmepumpen, die Luft-, Wasser- oder Erdwärme nutzen, um Häuser zu heizen. Im Neubau sind sie inzwischen das dominierende System. Einen Altbau mit Wärmepumpe auszustatten, ist zwar generell möglich, aber nicht immer sinnvoll. Denn zum einen muss das Haus gut gedämmt sein, zum anderen braucht man größere Heizkörper oder eine Fußbodenheizung. „Das ist sehr kostenintensiv“, sagt Peter Remmel, Ausbildungsmeister bei der Handwerkskammer Trier.

Keine Sorgen um die Heizkörper braucht man sich bei der Pellets- oder Hackschnitzelheizung zu machen, die ähnlich hohe Temperaturen erzeugen wie Öl- oder Gasheizungen. Allerdings ist ein Lagerraum vonnöten. Zudem ist der Rohstoff Holz begrenzt. „Nicht jeder kann auf Pellets umsteigen. Dafür hätten wir gar nicht genug Wald“, sagt Remmel, der genau wie Weinreuter damit rechnet, dass die Preise mit der Nachfrage steigen. Daneben sind alle Arten von Hybrid-Heizungen denkbar, die fossile mit erneuerbaren Energien kombinieren.