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Weihnachten und Corona: So feiern Sie sicher

10 wichtige Infos : Feiertage & Corona - Tipps für ein sicheres Weihnachtsfest

Weihnachten 2020 wird anders. Gefeiert wird in kleinem Rahmen, vielleicht achtsamer, weil die Gesundheit doch mit das Wichtigste ist. Deshalb haben wir für euch 10 wichtige Tipps, wie ihr möglichst sicher und gesund durch die Feiertage kommt.

Kartoffelsalat oder Gänsebraten? Drei Nüsse für Aschenbrödel oder Kevin allein zu Haus? Und was um Himmels Willen schenke ich der Schwiegermutter? Normalerweise sind es solche Fragen, die Menschen vor Weihnachten beschäftigen.

2020 hingegen stellte sich lange die Frage, ob es überhaupt ein Fest im Kreis der Familie geben kann. Eine Frage, auf die die Politik inzwischen eine Antwort gegeben hat.

Das gilt in Rheinland-Pfalz vom 24. bis 26. Dezember: „Ein Hausstand darf von weiteren vier Personen aus dem engsten Familienkreis besucht werden, selbst wenn dadurch mehr als fünf Personen oder mehr als zwei Hausstände zusammenkommen.“ Kinder bis 14 Jahren zählen bei der Berechnung nicht mit. Hier ein paar Tipps, die dazu beitragen könnten, das Fest für alle Beteiligten sicherer zu gestalten.

Schutzwoche einlegen: Um Weihnachten relativ gefahrlos etwa mit Oma und Opa zu feiern, hat der Berliner Virologe Christian Drosten eine zehntägige Selbstquarantäne ins Spiel gebracht. Dabei geht es nicht nur darum, die Kontakte zu Menschen außerhalb des eigenen Haushaltes auf null zu reduzieren, sondern auch die Wohnung möglichst in der Zeit nicht zu verlassen und sich zu isolieren. Hintergrund dieses Vorschlags ist, dass laut Robert Koch-Institut Menschen, die sich mit dem Sars-Cov2-Virus angesteckt haben, erst fünf bis sechs Tage nach einer Infektion erste Symptome entwickeln. Durch die Quarantäne soll ein Puffer geschaffen werden, um festzustellen, ob jemand erkrankt ist.

Um eine noch größere Sicherheit zu haben, empfiehlt Drosten vor Ende der Quarantäne und vor Weihnachten noch einen Corona-Schnelltest zu machen. In dem von den Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin am Sonntag verabschiedeten Papier zum Lockdown ist allerdings nicht von einer Selbstquarantäne die Rede, sondern von einer „Schutzwoche“. In der Vorweihnachtswoche sollten Menschen zu Hause bleiben und keine Kontakte mehr haben, erläuterte Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU). „Dann“, so Braun, „kann das verantwortbar sein, dass man sich über Weihnachten auch mit älteren oder vorerkrankten Menschen trifft.“

FFP-2-Masken tragen: Sabine Strüder, Gesundheitsexpertin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, rät dazu, statt Alltagsmasken schützende FFP-2-Masken zu tragen, wann immer man vor Weihnachten unter Menschen geht. Zum Beispiel im Supermarkt, wo in den kommenden Tagen mit viel Betrieb zu rechnen sei.

Im kleinen Kreis feiern: Den neuen Regeln zufolge könnten nun durchaus größere Gruppen zusammenkommen – je nachdem wie groß der Haushalt der Gastgeber ist und wie viele Kinder die Gäste mitbringen. Dennoch empfehlen Mediziner wie der Trierer Dr. Walter Gradel im möglichst kleinen Kreis Weihnachten zu feiern. „Wir müssen einfach vernünftig sein“, sagt Gradel und rät dazu, auch Weihnachten maximal mit fünf Menschen aus zwei verschiedenen Haushalten zu verbringen. Er könne nachvollziehen, dass das vielen schwerfalle. Auch ihm selbst: „Unsere Eltern und Söhne wohnen Hunderte Kilometer entfernt. Da ist das Weihnachtsfest eine schöne Gelegenheit, mit der ganzen Familie zu feiern. Dass dies so nicht möglich ist, macht uns alle sehr traurig. Aber hier gilt es, seine eigenen Wünsche hinter das allgemeine Interesse der Pandemiebekämpfung zurückzustellen.“

An Oma und Opa denken: Familien könnten auf die Idee kommen, die Großeltern zwar nicht alle gleichzeitig, aber an aufeinanderfolgenden Tagen zu besuchen. „Das löst das Problem nicht“, sagt Sabine Strüder. Die Großeltern bekämen es ja dennoch mit vielen Menschen zu tun. Digitale Treffen könnten da die bessere Lösung sein.

PCR-Tests vor dem Fest sind laut Gradel kein geeignetes Mittel. „Flächendeckend würde das die Laborkapazitäten überfordern“, sagt er. Wer symptomfrei ist und sich dennoch zur Sicherheit testen lassen möchte, könnte dies zum Beispiel für 75 Euro beim Medizinischen Versorgungszentrum in Trier tun (Infos: www.corona-trier.de).

Und was ist mit Antigen-Schnelltests, zu denen Drosten vor Weihnachten rät? Gibt es die inzwischen frei zu kaufen? „Nein“, erklärt Apotheker Joachim Thoss von der Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz. Zwar verfügen Apotheken über solche Tests. In Trier kostet eine 25-Stück-Packung zum Beispiel 285 Euro.

Allerdings dürfen die nicht an jeden verkauft werden. Zu den Berechtigten zählen Ärzte, Zahnärzte, Pflegedienste und Pflegeheime, Kitas oder Schulen. Gradel zufolge ist es wichtig, dass medizinisch geschultes Personal die Tests macht, da beim Nase-Rachen-Abstrich sowohl Verletzungsgefahr bestehe als auch große Sorgfalt nötig sei, um ein verlässliches Ergebnis zu erhalten.

Ärzte bieten solche Schnelltests an oder auch ein Testzentrum der Johanniter in Trier Nord (Kosten: rund 50 Euro, Anmeldung 06403/7030- 9718). Thoss rät allerdings dringend davon ab, viel unter Menschen zu gehen, um dann kurz vor Weihnachten einen Schnelltest zu machen.

Denn: Ein negatives Ergebnis schließt eine Infektion nicht aus – vor allem, wenn die Ansteckung gerade erst erfolgte. Ist das Ergebnis hingegen positiv, liegt sehr wahrscheinlich eine Infektion vor.

Hygiene: Angesichts der lang ersehnten Geselligkeit kann das Coronavirus schnell in Vergessenheit geraten. „Nichtsdestotrotz sollten Sie sich auch an den Feiertagen an die gängigen Hygieneregeln halten. Dazu gehören regelmäßiges Händewaschen mit Seife, Husten- und Nies-Etikette“, rät die Verbraucherzentrale. „Lüften ist ganz, ganz wichtig“, betont Sabine Strüder. Und: Wer Symptome wie Fieber, Husten oder Schnupfen hat, sollte nicht mitfeiern.

Sitzordnung: Am besten feiert man 2020 da, wo es den meisten Platz gibt. Denn Abstand ist weiter wichtig. „Dieses Weihnachten wird eh alles anders. Warum dann nicht statt an einer langen Tafel an mehreren Tischen sitzen?“, fragt Strüder.

Auch ist es sinnvoll, Menschen, die viele Kontakte haben, möglichst weit von denen wegzusetzen, die zur Risikogruppe gehören.

Den Weihnachtsgottesdienst sollte man laut Verbraucherzentrale am besten „zu Hause besuchen“ – per Fernsehen oder Livestream.

Lieferservice nutzen: Zudem raten die Verbraucherschützer dazu, sich die Lebensmittel vor dem Fest vom Supermarkt liefern zu lassen – oder gleich das ganze Weihnachtsmenü beim Lieblingsrestaurant zu bestellen.