Weihnachtsbäume aus der Region sind erste Wahl
Der Weihnachtsbaum gehört für viele Menschen zur Tradition. Wer bei Kauf und Pflege auf einige Dinge achtet, hat nicht nur lange Freude an dem Nadelgewächs. Er kann auch etwas für sein ökologisches Gewissen tun.
24 Millionen Weihnachtsbäume werden auch in diesem Jahr in Deutschland verkauft, davon 21 Millionen an private Haushalte, schätzt Hans-Georg Dreßler vom Bundesverband der Weihnachtsbaum- und Schnittguterzeuger (BWS). Der vertritt die Interessen vieler der 2000 Erzeugerbetriebe in Deutschland, die seit vier Jahrzehnten besonders auf die Nordmanntanne setzen.Favorit Nordmanntanne
Mit 75 Prozent Marktanteil ist der nach dem finnischen Biologen Alexander von Nordmann (1803-1866) benannte Baum der bei den Deutschen mit weitem Abstand beliebteste Christbaum vor der Blaufichte (15 Prozent) und der Rotfichte (7 Prozent).
Grund dafür sind nicht nur die weichen und im Vergleich zu anderen Bäumen abgerundeten Nadeln. "Vor allem sitzen die Nadeln auch nach fünf oder sechs Wochen noch sehr fest, wenn der Baum richtig behandelt wird", sagt Dreßler (siehe Extra), der einen deutlichen Trend zu Bestellungen im Internet erkannt hat, auch wenn bundesweit der Anteil der online bestellten Bäume im vergangenen Jahr nur ein Prozent ausmachte. "In zehn Jahren wird dieser Anteil auf zehn oder sogar 20 Prozent gestiegen sein."
Dass 60 Prozent der Verbraucher großen Wert auf Bäume aus der Region legen, widerspreche dem nicht, glaubt Dreßler. "Es gibt auch im Internethandel gute Qualität, wenn darauf geachtet wird, dass die Bäume direkt vom Erzeuger kommen."
Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald sieht das eher skeptisch und empfiehlt mit Blick auf die Umwelt den Kauf eines Weihnachtsbaums aus und in der Region. Dadurch entfielen lange Transportwege und der damit verbundene Ausstoß von Schadstoffen. Außerdem könne der Händler unmittelbar nach den Produktionsbedingungen gefragt werden. Ökologisch orientierte Anbauer, so der Verband, pflegten ihre Bäume per Hand und verzichteten vor allem auf Unkrautvernichtungsmittel. Die Umweltschutzorganisation Robin Wood rät, den Baum bei einem örtlichen Waldbetrieb selbst zu schlagen.
Bei immerhin 135 000 der 1,2 Millionen Weihnachtsbäume in Rheinland-Pfalz passiert das nach BWS-Schätzungen. In fast allen Bundesländern gibt es zudem eigene Herkunftssiegel, die Bäume aus der nahen Umgebung kennzeichnen.
Zertifizierte Öko-Weihnachtsbäume mit dem FSC-Siegel soll es bald in Rheinland-Pfalz geben. Weder Mineraldünger noch Chemie darf bei deren Anbau verwendet werden. Kommende Woche will das Landwirtschaftsministerium in einem Wald bei Kaiserslautern überprüfen, ob ein entsprechender Feldversuch geglückt ist. Wenn alles klappt, können Verbraucher dann im nächsten Jahr zertifizierte Öko-Weihnachtsbäume kaufen.Extra
Diese Tipps gibt der Bundesverband für Weihnachtsbaumerzeuger: Bewahren Sie den Baum nach dem Kauf im Netz an einer sonnen- und windgeschützten Stelle im Freien oder in einer kühlen Garage auf. Um das Austrocknen des Baumes zu verhindern, ist es gut, den Baum in einen Eimer Wasser zu stellen. Am besten ist es, den Baum einen Tag vor dem Schmücken aufzustellen. Er braucht diese Zeit, um die Äste wieder in die richtige Position zu bringen. Erst dann sollte man ihn schmücken. Den Baum mit Netz in den Weihnachtsbaumständer stellen und dann das Netz von unten nach oben aufschneiden und abnehmen. Ein zwei Meter hoher Weihnachtsbaum benötigt bis zu zwei Liter Wasser am Tag. Deshalb ist es günstig, einen Baumständer mit Wasserbehälter zu wählen. Ideal ist es, den Baum vor dem Aufstellen zwei bis drei Zentimeter frisch anzuschneiden und täglich zu gießen. Die größte Gefahr des Nadelns besteht, wenn der Baum unmittelbar vor die Heizung gestellt wird. red