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Weihnachtsgeschäft, Einzelhandel, Weihnachtsmärkte, Kassen

Weihnachtsgeschäft : Geschäfte rechnen mit klingenden Kassen

Der regionale Einzelhandel startet optimistisch ins Weihnachtsgeschäft. Auch die Weihnachtsmärkte sorgen für zusätzlichen Umsatz in den Städten.

Nach Black Friday und Cyber Monday ist vor dem traditionellen Weihnachtsgeschäft. Kaum sind die aus den USA nach Deutschland rübergeschwappten Rabatt-Tage vorbei, beginnt für die Einzelhändler mit dem ersten Adventswochenende das umsatzstarke Jahresendgeschäft. In der Regel machen die Geschäfte in der Region in den Wochen vor Weihnachten dann knapp 15 Prozent ihres gesamten Jahresumsatzes, geschätzt eine halbe Milliarde Euro wird dann etwa in Saarburg, Trier, Bitburg, Daun, Wittlich und Hermeskeil umgesetzt.

Bundesweit wird mit einem deutlich besseren Weihnachtsgeschäft als in den vergangenen Jahren gerechnet. Der deutsche Einzelhandelsverband rechnet erstmals mit einem Umsatz von mehr als 100 Milliarden Euro. Einer Umfrage zufolge will ein Viertel der Verbraucher im Weihnachtsgeschäft mehr Geld ausgeben als im Vorjahr. Die Händler rechnen damit, dass jeder Deutsche im Schnitt rund 472 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben will. Im vergangenen Jahr waren es durchschnittlich 466 Euro.

„Konsumenten brauchen und suchen sehnsüchtig nach Kaufanlässen“, sagt Bernd Neisen, Inhaber der Werbeagentur Markenmut in Trier. Weihnachten sei mit dem Thema Schenken und Beschenktwerden der mit Abstand wichtigste Anlass zum Kaufen. „Und wenn der dann noch mit den höchsten Werbeausgaben des Jahres angekündigt und beworben wird, dann ist der Sogeffekt enorm“, sagt Neisen. Ob sich die in diesem Jahr erstmals massiv beworbenen Rabatt-Tage wie Black Friday dauerhaft durchsetzen werden, müsse erst noch abgewartet werden, sagt der Marketingprofi. „Kurzfristig scheint er die Kunden zu aktivieren, die Weihnachtskäufe vielleicht zeitlich etwas weiter vorzuziehen.“

Aktionen wie Black Friday oder Cyber Monday würden das Weihnachtsgeschäft nicht spürbar beeinflussen, ist sich der Präsident des Einzelhandelsverbandes der Region, Georg Kern, sicher. „Gerade vor Weihnachten schätzen viele Kunden das Einkaufserlebnis, das Trier, aber auch die Städte im Umland bieten.“  Kern ist sich sicher, dass die Händler in der Region „auch in diesem Jahr mit einem erfolgreichen Weihnachtsgeschäft rechnen können“. Davon ist auch Georg Stephanus von der City Initiative Trier, die die Interessen der Händler in dem Oberzentrum vertritt, überzeugt. Die Verbraucher seien in einer „positiven Kauflaune“. Trotz der Konkurrenz durch Online-Händler seien die Geschäftsleute in Trier sehr optimistisch, was das traditionell mit dem ersten Adventswochenende startende Weihnachtsgeschäft angeht, sagt Stephanus.

Mit zum Umsatz beitragen dürften auch die zahlreichen Besucher auf den Weihnachtsmärkten. In Trier machten im Dezember ausländische Besucher rund 25 Prozent aus, sagt der Geschäftsführer der Trier Tourismus und Marketing GmbH, Norbert Käthler. Vor allem aus Frankreich, Belgien, Luxemburg, den Niederlanden und Großbritannien kämen verstärkt Touristen. „Der Weihnachtsmarkt ist eine große Attraktion.“ Trier werde in diesen Wochen stark von Busunternehmen angefahren: „Es gibt Tage, wo wir weit über 50 Busse haben.“ Der Trierer Weihnachtsmarkt zählt pro Jahr laut Veranstalter rund 400 000 Besucher. Auf der bundesweiten Hit-Liste stehe der unterirdische Weihnachtsmarkt in Traben-Trarbach an der Mosel mit ganz oben, sagt Gabriele Frijio, Sprecherin der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH. Der Markt ist besonders, weil er in alten Wein-Kellergewölben unter der Stadt über die Bühne geht. „Die Nachfrage ist unglaublich“, sagt Marie Schneider von der dortigen Tourist-Information. 50 Prozent von rund 150 000 Gästen jährlich kämen von außerhalb. Zimmer und Unterkünfte seien in und um Traben-Trarbach schon lange ausgebucht.

 Zur Sicherheit gegen Terroranschläge wurden in Triers Innenstadt wieder Betonpoller aufgestellt.
Zur Sicherheit gegen Terroranschläge wurden in Triers Innenstadt wieder Betonpoller aufgestellt. Foto: Friedemann Vetter

Rheinland-pfälzische Weihnachtsmärkte seien „auf jeden Fall“ Magneten, auch für Besucher angrenzender Bundesländer, sagt Frijio. Zur Zahl der Tagestouristen gebe es keine Schätzungen. Viele Gäste kombinierten ihren Besuch mit Einkäufen und Angeboten in Hotels oder Gastronomie. „Das ist ein großer Wirtschaftsfaktor.“ Nach Angaben des Deutschen Tourismusverbandes besuchten 2017 rund 85 Millionen Menschen die über 1500 deutschen Weihnachtsmärkte.