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Weiße Fahnen für Toleranz und gegen Rassismus

Weiße Fahnen für Toleranz und gegen Rassismus

Gewalt hat viele Facetten. Das erfuhren und erarbeiteten Jugendliche in Landscheid. Gleichzeitig zeigten sie, was man Gewalt entgegensetzen kann. Sie beschäftigten sich außerdem mit dem Nationalsozialismus.

Landscheid. Junge Leute aus dem Dekanat Wittlich setzten sich in Landscheid mit Gewalt und Rassismus auseinander und erfuhren außerdem mehr über die grausame Wirklichkeit der Menschenverachtung in der Zeit des Nationalsozialismus. Der Tag sollte sie zu Teamgeist und Toleranz ermutigen.
Dafür wurde an verschiedenen Stationen gearbeitet und informiert. "Bei mir suchten sich die jungen Leute Gegenstände oder Bilder aus, die für sie mit Gewalt zu tun hatten. Zum Beispiel Fotos von schubsenden Jugendlichen und von Jugendlichen mit Handy. Manche Gewaltformen sind aktuell, etwa Mobbing in sozialen Netzwerken. Aber vor allem zeigten die Jugendlichen Formen auf, sich gegen Gewalt einzusetzen", so Volker Raul.
"Die Auseinandersetzung mit dem Lied "Weiße Fahnen" der Gruppe Silbermond, das das Leid und die Hoffnung eines Kindersoldaten thematisiert, zeigte, wie sehr sich die jungen Leute nach Frieden sehnen, im Großen wie im Kleinen", resümierte Tobias Petry an der zweiten Station.
Johanna Becker provozierte an der dritten Station mit Thesen. "Jungs sind gewalttätiger als Mädchen: Ja oder Nein?" oder "Gewalttätig kann man auch mit Worten sein." An der vierten Station suchten sich die Teilnehmer ihr Zitat zu Menschenwürde und gegen Gewalt aus und wurden von Christian Lackas gefragt: "Was passiert, wenn sich alle Menschen an diesen Spruch halten, mit der Gewalt?"
In der Station "Gedenkstättenfahrt Hinzert" formulierten die Jugendlichen ihre Fragen, die sie dorthin mitnahmen, An der erlebnispädagogischen Station "Hund-Katze-Maus" erläuterte Martina Mark-Kleinbeck, dass alle Hunde eine Maus vor der Katze schützen. Danach konnte über Gefühle von Außenseitern, über den Umgang mit Gewalt und Solidarität gesprochen werden.
Gut vorbereitet fuhren die Jugendlichen zur Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert in den Hochwald. "Allen war nach den Auseinandersetzungen dort klar, dass die Erinnerung an diese Zeit wichtig ist, damit so etwas nie mehr geschieht", so Pastoralreferent Armin Surkus-Anzenhofer. Im Schlussimpuls wurden die Gedanken der Jugendlichen zusammengeführt. Dabei wurde für Opfer und Angehörige, für Frieden und Toleranz gebetet. red