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Weitere Pannen im Kernkraftwerk Cattenom

Weitere Pannen im Kernkraftwerk Cattenom

Ein Kurzschluss könnte die Ursache für den Brand eines Transformators im Kernkraftwerk Cattenom gewesen sein. Unterdessen ist bekannt geworden, dass es auch an einem anderen Trafo eine Panne gegeben hat.

 Feuer im Atomkraftwerk Cattenom am Freitag, 7. Juni. Das Foto des Twitter-Nutzers @wpmath zeigt dunkle Rauchwolken über dem AKW. Betroffen war ein Transformator im nicht-nuklearen Bereich.
Feuer im Atomkraftwerk Cattenom am Freitag, 7. Juni. Das Foto des Twitter-Nutzers @wpmath zeigt dunkle Rauchwolken über dem AKW. Betroffen war ein Transformator im nicht-nuklearen Bereich. Foto: @wpmath/Twitter

Bis mindestens August bleibt der erste von vier Reaktorblöcken des Kernkraftwerks Cattenom abgeschaltet. Das gab der Direktor der Anlage, Guy Catrix, gestern bekannt. Am vorigen Freitag hatte der für die Stromversorgung des Blocks sorgende Transformator gebrannt ( der TV berichtete ). Ursache für den Brand im nichtnuklearen Bereich könnte laut Catrix ein Kurzschluss gewesen sein. Die franzsösiche Atomaufsicht ASN verlangt bis zum Wochenende Klarheit über die Ursache. Zeitgleich gab es am Freitag wohl auch eine Panne an einem Transformator im Block drei, teilte der Kraftwerksbetreiber, der französische Energiekonzern EDF, mit. Die Ursache für diesen Fehler steht noch nicht fest. Sie soll "schnellst möglich" gefunden werden. Falls nicht, soll auch Block drei des Kraftwerks abgeschaltet werden.

Ob es zwischen dem Brand und der weiteren Trafo-Panne einen Zusammenhang gibt, blieb unklar. Würde der dritte Reaktorblock auch noch abgeschaltet, würde vorläufig nur eine Einheit in Cattenom Strom produzieren. Block vier ist derzeit wegen einer Inspektion abgeschaltet. Laut Catrix ist genehmigt worden, dass er für weitere zehn Jahre am Netz bleibt. Auch der erste Block soll laut Catrix nach der Ursachenforschung zum Brand vom Freitag einer Inspektion unterzogen werden. Die in Metz erscheinende Tageszeitung Republicain Lorrain berichtet unterdessen, dass am Donnerstag in Block zwei des chemischen Elements Bor auf Rohrleitungen des Kühlsystems entdeckt worden sei. Bor wird zumeist verwendet, um Steuerstäbe, mit denen die Regelung und Abschaltung von Reaktorblöcken betrieben wird, zu schützen und zu verhindern, dass Radioaktivität entweicht.