Schule: Weniger Ferien an Ostern und Weihnachten

Schule : Weniger Ferien an Ostern und Weihnachten

Um jetzt eine Woche schulfrei zu haben, hat das Land die Ferienordnung geändert. Die Zahl der freien Tage bleibt aber gleich.

„Schon wieder Ferien?“, wird sich so manch einer fragen. Es ist gerade mal sieben Wochen her, dass die Weihnachtsferien endeten. Und nun heißt es am Freitag erneut: Ferien. Erstmals gibt es in Rheinland-Pfalz Winterferien. So soll die lange Zeit zwischen Weihnachts- und Osterferien verkürzt werden. Da in diesem Jahr Ostern erst gegen Ende April ist, können sich Schüler, Lehrer und Eltern über eine Woche Winterferien freuen.

Da aber traditionell an Rosenmontag und Fastnachtsdienstag durch bewegliche Ferientage frei ist, dauern die neuen Ferien tatsächlich fast eineinhalb Wochen.

2015 wurde die Ferienordnung in Rheinland-Pfalz geändert. So gibt es in diesem Jahr zum ersten Mal Schulferien um Fastnacht herum. Genau wie 2020. Dann sind die närrischen Tage eine Woche früher als in diesem Jahr, daher beginnen die Winterferien dann bereits schon am 17. Februar. Winterferien gibt es – bis auf Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Hol­stein und Hessen  – in allen Bundesländern. Normalerweise stimmen sich Rheinland-Pfalz, das Saarland und Hessen bei den Ferienterminen miteinander ab. Da aber Hessen auf zusätzliche Ferien verzichtet, gibt es die zeitgleichen Winterferien nun nur in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Dort gibt es die Winterferien schon länger, allerdings  bislang wie bei den Nachbarn nach Fastnacht. Anders als in Rheinland-Pfalz, wo es entweder Winter- oder wie 2021 erstmals auch Pfingstferien geben soll, ermöglicht das Saarland künftig beides.

Ferientage  gibt’s allerdings in allen Bundesländern gleich viele, nämlich – die Samstage mitgezählt – 75. Nicht dazu zählen die beweglichen Ferientage, die Schulen in eigener Verantwortung verteilen können. Ihre Zahl wurde mit der neuen Ferienordnung in Rheinland-Pfalz von vier auf sechs erhöht. „Diese Ferientage dienen zum Beispiel der Berücksichtigung örtlicher Feiertage“, heißt es in der Ferienordnung.

Mit Ausnahme der Sommerferien regeln die Länder die Verteilung der Ferien selbst. Daher war es auch möglich, dass Rheinland-Pfalz zusätzliche Ferien – entweder im Winter oder um Pfingsten und Fronleichnam herum – einführt. Allerdings, weil eben die Zahl der Gesamtferientage nicht erhöht werden darf, zulasten kürzerer Weihnachts- und Osterferien. Letztere dauern in diesem Jahr offiziell nur sechs statt bisher acht Tage. Sie beginnen am Dienstag nach Ostern (wegen der Feiertage Karfreitag und Ostermontag ist allerdings schon vorher schulfrei) und enden am 30. April (einen Tag später ist Maifeiertag). Die verkürzten Osterferien ärgern vor allem die Eltern. Sie hätten bei der Einführung der zusätzlichen Ferien, die auf ihren Wunsch erfolgt ist, lieber auf eine Woche bei den Herbstferien verzichtet.

Bisher habe er aber noch nichts Negatives über die Winterferien gehört, sagt Reiner Schladweiler, Vorsitzender des Regionalelternbeirats. „Außer aus den Reihen der Karnevalisten. Hier meinte man, dass etliche Kinder und Eltern verreisten und für die Vereinsveranstaltungen fehlen würden.“

Andere Eltern sind laut  Schladweiler der Auffassung, dass die Zeitspanne zwischen den Weihnachts- und den neuen Winterferien und den Osterferien zu kurz ist. Schladweiler schlägt wie auch Landeselternsprecher Thorsten Ralle vor, erst einmal abzuwarten. Die Eltern müssten sich erst einmal an die neuen Ferien gewöhnen. „Vielleicht sollte man nach den Ferien eine Befragung der Eltern durchführen. Sollten sich vermehrt kritische Stimmen zu den Winterferien einstellen, muss man denen Rechnung tragen“, sagt Schladweiler.

Auch wenn die Schüler der neuen Regelung „neutral“ gegenüberstehen, wie Justus Berberich, Vorstandsmitglied in der Landesschülervertretung  sagt, gewinnen sie den zusätzlichen Ferien doch etwas Gutes ab: „Dadurch werden Schüler entlastet, da die Dauer zwischen den Weihnachtsferien und Osterferien verringert wird.“

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