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Weniger Gewalt auf der Straße

Weniger Gewalt auf der Straße

MAINZ. Die Gewaltkriminalität ist 2006 in Rheinland-Pfalz erstmals seit 1997 deutlich zurückgegangen: Weniger Raubdelikte, Straßenkriminalität und gefährliche Körperverletzungen. Doch gleichzeitig gibt es ein zunehmendes Aggressionspotenzial, das sich in vorsätzlichen Körperverletzungen, Sachbeschädigungen oder Beleidigungen zeigt.

"Die im Ländervergleich günstige Sicherheitslage ist stabil geblieben", zog Innenminister Karl Peter Bruch als positives Fazit aus der neuesten Kriminalitätsstatistik des Landes. Leicht gestiegen ist die Zahl der Verbrechen im Land auf fast 299 000 gleichwohl, weil Vermögensdelikte und Fälschungen zugenommen haben und vor allem Waren- und Warenkreditbetrügereien speziell im Internet rasant anstiegen. Zugenommen haben auch die registrierten Kindesmisshandlungen. Die Polizei geht allerdings davon aus, dass der Anstieg um 51 auf 224 Fälle vor allem auf die zunehmende Sensibilisierung der Bevölkerung in diesem Bereich zurückzuführen ist und sich damit das Dunkelfeld etwas erhellt hat. Insgesamt rückläufige Zahlen sind vor allem bei Gewalttaten zu verzeichnen: Bei Mord und Totschlag (einschließlich der Versuche) gibt es ein Minus von 4,7 Prozent. 10 623 schwere Körperverletzungen wurden registriert (minus 1,6 Prozent). Die Raubdelikte sanken um 207 auf 1587 (minus 11,6 Prozent). Wohnungseinbrüche gingen um mehr als 13 Prozent auf 3937 zurück. Auf unverändert hohem Niveau bleibt dagegen die Rauschgiftkriminalität mit mehr als 18 000 Straftaten. Nach Beobachtungen der Polizei ändert sich allerdings das Suchtverhalten. Der Heroinkonsum nimmt ab, gleichzeitig steigt der Handel mit Amphe-taminen (plus 27 Prozent).Zahl der Drogentoten deutlich gestiegen

Bisher noch keinen Ansatzpunkt gibt es laut Bruch für die entgegen dem Bundestrend stark gestiegene Zahl der Drogentoten im Land auf 77. Schwerpunkte gibt es dabei vor allem im Raum Koblenz, Neuwied, Andernach und insgesamt entlang der Rheinschiene. Die Kreise der Händler und Schmuggler sollen noch stärker ins Visier genommen werden, kündigte der Innenminister an. Rund jeder vierte der insgesamt 118 000 Tatverdächtigen war im vergangenen Jahr unter 21 Jahren alt. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen ging dabei um rund drei Prozent zurück. Dem Anstieg der Verbrechen entsprechend ist auch die Zahl der Opfer um knapp 800 auf insgesamt 192 800 gewachsen. Fast 130 000-mal waren der Staat oder Unternehmen Betroffene einer Straftat.