1. Region
  2. Rheinland-Pfalz

Weniger Kinder brauchen mehr Kindergartenplätze

Weniger Kinder brauchen mehr Kindergartenplätze

Bereits heute müssen die Kommunen Kindergartenplätze für Kleinkinder planen, die noch gar nicht auf der Welt sind und von denen sie gar nicht wissen, ob sie betreut werden. Die gesetzliche Vorgabe zur Betreuungsquote stellt die Gemeinden vor Herausforderungen.

Trier. Der demografische Wandel stellt auch die Bedarfsplanungen für die Kindergärten vor ein Problem. Laut Statistischem Landesamt wird in Rheinland-Pfalz bis 2050 die Zahl der unter Dreijährigen und die der Drei- bis Sechsjährigen jeweils um ein Viertel zurückgehen. Rund 96 000 Kleinkinder wurden 2010 im Land gezählt, in 38 Jahren sollen es noch 75 000 sein.
Trotzdem wird laut Statistik die Betreuungsquote der unter Dreijährigen "politisch gewollt" weiter ansteigen. Bereits jetzt stellt das Erfüllen der Quote die Kommunen vor Herausforderungen. Der Betreuungsbedarf bei den Kleinkindern ist schwer abschätzbar.
Beispiel Eifelkreis Bitburg-Prüm: Im Kindertagesstätten-Bedarfsplan für 2013/2014 sind 946 sogenannte U3-Plätze erforderlich. Das bedeutet, bis dahin müssen noch 234 Plätze für Kleinkindbetreuung geschaffen werden, um die gesetzlich geforderte Betreuungsquote von 35 Prozent zu erreichen. Wenn alle potenziellen Eltern eine Kita-Betreuung wünschten, wären 286 weitere Plätze erforderlich, sagt Kreisverwaltungssprecher Ansgar Doldinger.
In Trier wird zur Überprüfung des Bedarfs eine Umfrage bei allen Eltern mit Kindern unter drei Jahren gemacht. Laut Stadtsprecher Dieter Jacobs geht man aber bereits jetzt davon aus, dass deutlich mehr als die im Bedarfsplan vorgesehenen 760 Betreuungsplätze benötigt werden.
Auch im Vulkaneifelkreis rechnet man damit, dass mindestens 40 Prozent der Einjährigen und 80 Prozent der Zweijährigen einen Platz brauchen werden.
In Trier-Saarburg rechnet man sogar damit, dass fast 100 Prozent der Zweijährigen und fast die Hälfte der Einjährigen betreut werden müssen. Grund: die Nähe zu Luxemburg; spätestens nach neun Monaten endet dort die Elternzeit, in der berufstätige Mütter nach der Geburt zu Hause bleiben können. Daher sei der Bedarf in Trier-Saarburg höher, heißt es aus der Kreisverwaltung. Der Bund hat eine Betreuungsquote von 39 Prozent für unter Dreijährige vorgegeben.
Landesweit geht man von 14 100 neuen U3-Plätzen bis 2013 aus. 136 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Das Geld kommt vom Bund, vom Land, von den Kommunen und den Trägern. Der Bund trägt davon allein 103 Millionen Euro. Laut Berechnungen der Landesregierung schlägt der Neubau einer Einrichtung mit 25 700 Euro je Platz zu Buche, die Erweiterung einer Einrichtung mit 10 500 Euro, die Umwandlung bestehender Kindergartengruppen etwa durch das Schaffen zusätzlicher Räume oder Anschaffung von zusätzlicher Ausstattung mit 500 bis 4800 Euro je Platz.