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Wenn Banden den Tatort mit Zinken markieren

Wenn Banden den Tatort mit Zinken markieren

Gaunerzinken werden Zeichen genannt, mit denen Banden Häuser markieren, in die sie einsteigen wollen. Bei Einbrüchen in der Südeifel sind solche Kreidemarkierungen bemerkt worden (der TV berichtete ausführlich). Seit zwei Monaten ist eine Ermittlungsgruppe im Einsatz, die vor dem Hintergrund steigender Bandenkriminalität gebildet wurde.

Wer nach der Lektüre dieser Zeitung nach draußen geht und an Hauswand, Türstock, Gartenzaun, Briefkasten oder neben dem Klingelknopf ein wie zufällig hingekritzeltes X sieht, hat möglicherweise ein Problem. Denn es könnte sich um einen Gaunerzinken handeln. Der Urheber der Zeichnung ist nämlich der Meinung, dass es in diesem Haus etwas zu holen gibt.
In der dunklen Jahreszeit haben Einbrecher seit jeher Hochsaison. Doch inzwischen ist die Zahl der Wohnhauseinbrüche in der Region Trier binnen eines Jahres um 122 Fälle auf 705 derart drastisch gestiegen, dass das Polizeipräsidium Trier eine Ermittlungsgruppe eingerichtet hat. Sie ist seit 15. September im Einsatz.

Das Präsidium Trier hat die Ermittlungsgruppe gebildet, um der wachsenden Bandenkriminalität Herr zu werden (der TV berichtete mehrfach). Denn zunehmend häufiger sind ganze Banden am Werk: Die Häuser und Lebensgewohnheiten der Bewohner werden ausspioniert - etwa wann diese zur Arbeit gehen oder Kinder zur Schule bringen. Solche Informationen über ihr Zielobjekt geben umherreisende Banden in einigen Fällen in Form von Zeichen weiter, den sogenannten Gaunerzinken (siehe Grafik). Die Codes geben etwa darüber Auskunft, ob es etwas zu holen gibt oder ob ein Wachhund im Haus ist. Auch "güngstige Einbruchzeiten" - wie beispielsweise Sonntag oder tagsüber - können mit den Zeichen unauffällig transportiert werden. Die Zinken werden mit Kreide oder Kohle angebracht - in einer Farbe, die nur gering vom Farbton der Hauswand oder -tür abweicht.

Nun untersucht die Ermittlungsgruppe auch Wohnhauseinbrüche in der Eifel sowie im Raum Konz/Saarburg. In Speicher und Herforst wurden die Häuser offenbar mit Gaunerzinken markiert. Die Bewohner hatten Kreidemarkierungen am Haus bemerkt, mit denen sie aber vor dem Einbruch nichts anfangenkonnten. "Dabei könnte es sich um Gaunerzinken handeln", sagt Uwe Konz, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Trier. Wer solche Zinken bemerkt, sollte diese fotografieren und sich umgehend bei der Wache melden. scho/har/mai

Hinweise zu allen Fällen nehmen die Polizeistationen entgegen oder per Mail an:
kdtrier.wohnungseinbruch@polizei.rlp.de