Wenn das Geschenk nicht gefällt: Viele Händler tauschen freiwillig um

Wenn das Geschenk nicht gefällt: Viele Händler tauschen freiwillig um

Der Pulli passt nicht, der MP3-Player streikt? Nicht jedes Weihnachtsgeschenk macht glücklich. Umtauschen ist kein Problem, denken viele Verbraucher. Leider doch, sagen Rechtsexperten. Manchmal schaut der Beschenkte in die Röhre.

Trier. Für die Einzelhändler in der Region war der Schlussspurt an den drei Werktagen vor Weihnachten ein Segen. Haushaltswaren, Kosmetik, Uhren, Schmuck, Bücher und besonders Spielwaren waren nach Auskunft des Einzelhandelsverbandes Deutschland (HDE) als Last-Minute-Geschenke besonders gefragt. Lediglich im Textilhandel herrscht angesichts der milden Temperaturen weiterhin keine gute Stimmung. Wintermode war bereits vor Weihnachten wegen der geringen Kauflaune zu reduzierten Preisen zu haben.

Was aber, wenn die geschenkte Herrenuhr nicht gefällt oder die Damenjacke die falsche Farbe hat? "Ein Recht auf Umtausch gibt es nur unter bestimmten Voraussetzungen", sagt Alexis Böhm von der Verbraucherberatung Rheinland-Pfalz. "Es gibt im stationären Handel kein generelles Umtauschrecht innerhalb von 14 Tagen, wie es für einen Kauf im Internet oder per Telefonvertrag gilt." Dieser rechtliche Unterschied sei eine Fallgrube für viele Missverständnisse. Wer im Laden eine Ware zurückgeben will, die nicht defekt ist, muss sich nach Aussage des Rechtsexperten auf die Kulanz des Händlers verlassen.

Das bestätigt auch Alfred Thielen, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Region Trier: "Jeder Umtausch wegen Nichtgefallens ist im Grunde ein Geschenk des Handels." Die Bereitschaft der Einzelhänder, ein Auge zuzudrücken und gekaufte Ware zurückzunehmen, umzutauschen oder den Kaufpreis gutzuschreiben, scheint allerdings groß. Das belegt eine Umfrage des Instituts für Demoskopie in Allensbach im Auftrag des HDE, bei der 1400 Personen ab 16 Jahren befragt wurden. Demnach waren 90 Prozent der Käufer zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit der letzten Rücknahme eines Produktes wegen Nichtgefallens.

Knapp fünf Prozent aller Geschenke werden nach Schätzungen des HDE nach Weihnachten umgetauscht. Darauf hatten sich am Sonntag die Händler in Bitburg bereits eingestellt. Am 3. Januar wird das Thema Umtausch auch beim verkaufsoffenen Sonntag in Trier ein wichtiges Thema sein. Die Hoffnung der Händler gilt an diesem Tag aber vor allem den Geldgeschenken und Gutscheinen ihrer Kunden. "Wir setzen auf ein starkes Geschäft, zumal Preisreduzierungen bereits eine Rolle spielen werden", sagt Gerd Guillaume, Chef der City-Initiative Trier.

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