Wenn Katzen sich die Kuhpocken einfangen

Wenn Katzen sich die Kuhpocken einfangen

An der Mosel ist eine Katze an den nur sehr selten auftretenden Kuhpocken erkrankt - eine Krankheit, die alle Säugetiere und auch den Menschen befallen kann. Dies ist der erste bekannte Fall, den es in der Region seit vielen Jahren gibt.

Traben-Trarbach. Rinder haben in Deutschland schon seit Jahren nicht mehr unter den seltenen Kuhpocken zu leiden. Dass die Krankheit auch "Katzenpocken" genannt wird, deutet darauf hin, welche Tiere es öfter erwischt.
An der Mosel wird derzeit eine Katze wegen des Virus behandelt. Nach Auskunft der Traben-Trarbacher Tierärztin Dr. Daniela Mamic wurde die Katze durch den Biss einer Maus mit dem Virus infiziert. Ob das Tier die nächsten 24 Stunden überlebt, ist ungewiss.
Die Symptome zeigen sich in Form pockenartiger Schwellungen zunächst an dem Vorderbein, in das die Maus gebissen hat. Von dort breiten sich die Pocken aus. Zudem werden infizierte Tiere apathisch, fühlen sich erkennbar schlecht. Schon seit Jahren hat es beim rheinland-pfälzischen Landesuntersuchungsamt keinen Nachweis der Kuhpocken mehr gegeben.
"Die Krankheit kann auch für den Menschen ansteckend sein", sagt Mamic. Daher hat die Tierärztin in Absprache mit dem Veterinäramt Bernkastel-Wittlich entschieden, den Fall öffentlich zu machen. Eine Gefahr kann die Krankheit für Kinder, Alte und Menschen mit schwachem Immunsystem darstellen. Allerdings ist das Risiko bei normaler Hygiene gering. Es kommt nur sehr selten zur Übertragung auf den Menschen. Dies geschieht meist per Schmierinfektion.
Typische Schwellungen


Eintrittspforten für das Virus sind Haut- und Schleimhautverletzungen. In noch selteneren Fällen sind Bisse von Mäusen oder Ratten Ursache für die Erkrankung. Die Kuhpocken äußern sich beim Menschen durch große, schmerzende, eiternde und schlecht verheilende Pocken an Händen, Armen und im Gesicht. Typisch sind auch Lymphknotenschwellungen, Fieber und Unwohlsein. Auch Bindehautentzündungen können auftreten, die in extremen Fällen zur Erblindung führen.
Wer bei seiner Katze, Maus oder Ratte Symptome der Kuhpocken bemerkt, sollte sich sofort an einen Tierarzt wenden und den Hautkontakt mit den erkrankten Stellen meiden. Tierärzte können zwar das Virus nicht behandeln, wohl aber die schmerzhaften Begleiterscheinungen. Die Krankheit ist laut Landesuntersuchungsamt meldepflichtig.