Wer alt ist, spendet mehr

Die Deutschen spenden wieder mehr Geld für einen guten Zweck: Im ersten Halbjahr 2007 lag das Spendenaufkommen bei 843 Millionen Euro - 70 Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum. Laut Deutschem Spendenrat sind dabei alle freiwilligen Spenden an gemeinnützige Organisationen, Hilfsorganisationen und Kirchen erfasst.

Berlin. (vet) Besonders älteren Menschen sowie sozial und ehrenamtlich engagierten Bürgern sitzt das Geld für Spenden lockerer in der Tasche als anderen Bevölkerungskreisen. 70 Prozent der Spenden kamen in den ersten sechs Monaten des Jahres von den über 50-Jährigen. Leute zwischen 20 und 39 trugen dagegen nur mit knapp 16 Prozent zum Spendenaufkommen bei. Interessant ist, dass Menschen mit kleinem Portmonnaie offenbar eher zum Geben bereit sind: Rund 40 Prozent des Spendenvolumens gehen auf Privathaushalte mit einem Nettoeinkommen von bis zu 2249 Euro zurück. Auf die Haushalte mit einem monatlichen Einkommen ab 3250 Euro aufwärts entfallen nur knapp 29 Prozent des Spendenvolumens. Das Vertrauen in die Hilfsorganisationen geht allerdings stetig zurück. 2005 gab noch jeder fünfte Spender Vertrauen als Hauptmotiv an. Im ersten Halbjahr 2007 waren es nur noch neun Prozent. Dafür identifizieren sich die Deutschen immer stärker mit den Zielen der Organisation, für die sie spenden. Mehr als zwei Drittel bekennen, dass ihnen das Anliegen der Organisation am Herzen liege. Vor zwei Jahren sagten das nur 58 Prozent. Die Zahlen bestätigten die Erfahrungen des Spendenrates, wonach die Deutschen zunehmend an ihnen bekannte beziehungsweise als seriös bekannte Organisationen spendeten, sagte Spendenrat-Geschäftsführerin Daniela Felser. "Damit auch kleinere Organisationen das Vertrauen der Bundesbürger gewinnen können, empfehlen wir diesen eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit." Das größte Spendenaufkommen verzeichnete der Spendenrat übrigens angesichts der Tsunami-Katastrophe vor zwei Jahren. 9,4 Millionen Bundesbürger waren damals an den Spendensammlungen beteiligt. Mittlerweile ist ihre Zahl auf drei Millionen geschrumpft.

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