1. Region
  2. Rheinland-Pfalz

Wer Öl braucht, muss sich gedulden

Wer Öl braucht, muss sich gedulden

Wer derzeit Heizöl braucht, muss eventuell zunächst im Kalten sitzen bleiben. Wegen der extremen Kälte ist die Nachfrage nach Öl enorm gestiegen, die Lieferanten kommen mit dem Ausfahren nicht mehr nach. Außerdem verursacht Eis auf der Mosel Nachschubprobleme im Trierer Hafen.

Trier. Das, was den Dieselfahrern derzeit zu schaffen macht (siehe nebenstehenden Bericht), bereitet auch den Heizöllieferanten Probleme: Die Kälte führt dazu, dass das Öl "versultzt". Es bildet sich wachsartiges Paraffin. Gelangt das in die Heizung, kommt es zu Störungen, der Ölfilter verstopft.
Das sei derzeit ein großes Problem, sagt Markus Müller vom Heizöllieferanten Breit in Pölert (Trier-Saarburg). Daher könne das dort zwischengelagerte Heizöl oft gar nicht ausgeliefert werden.
Viel Öl lagert derzeit aber ohnehin nicht bei den Lieferanten. Die Telefone stehen nicht mehr still. Offenbar haben viele Hausbesitzer bis zur buchstäblich letzten Minute gewartet, um ihre leeren Tanks aufzufüllen - oder sie hofften, es werde weiter so warm bleiben, wie es im Januar war. "Der Handel unternimmt derzeit alles, damit alle, die derzeit kalt sitzen, wenigstens mit einer kleinen Menge Öl versorgt werden", sagt Hans-Jürgen Funke, Geschäftsführer des Verbandes Energiehandel Südwest. Er vertritt die Interessen von 700 Ölhändlern in Rheinland-Pfalz, im Saarland, in Hessen, Baden-Württemberg und Thüringen. Wer momentan noch genügend Öl für die nächsten drei oder vier Wochen habe, der sollte auf jeden Fall mit der Bestellung warten, rät Funke.
Neben der gestiegenen Nachfrage macht den Öllieferanten derzeit auch das Eis auf der Mosel zu schaffen. Es verhindert, dass mit Öl beladene Tankschiffe aus Rotterdam in den Trierer Hafen kommen. Dort betreibt die Tanklagergesellschaft Petrotank ein zentrales Öl- und Diesellager für die Region. Rund 36 000 Kubikmeter fassten die Tanks in Trier, sagt Thomas Knigge, Leiter der insgesamt 22 Tanklager, die das Unternehmen in Deutschland hat. Er bestätigt, dass es derzeit einen Engpass beim Ölnachschub gibt. Ganz leer seien die Tanks aber nicht. Statt mit Schiffen werde das Öl derzeit mit Kesselwagen der Bahn angeliefert. 1300 Tonnen umfasse eine Lieferung, genauso viel, wie auf ein Tankschiff gingen. Ab nächste Woche wolle die Bahn zusätzlich noch nachts einen Tankzug zur Verfügung stellen, sagt Knigge. Er hofft, dass dann der Engpass beseitigt wird und es wieder genug Heizöl in der Region gibt. wie