Wer wird Sieger beim Volksfreund-Ehrenamtspreis? Jetzt abstimmen!

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Nächste Runde beim Volksfreund-Ehrenamtspreis: Wir präsentieren jeden Monat drei Einzelpersonen und drei Gruppen, die sich herausragend ehrenamtlich engagieren. Das sind die Kandidaten.

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Mit Kultur will Hans Greis Erinnerung bewahren

Wawern (doth) Eine in Stein gebaute Erinnerung ist für Hans Greis die ehemalige Synagoge in Wawern (Kreis Trier-Saarburg). Mit seinem Förderverein erhält er nicht nur das bedeutende Kleinod, sondern bringt mit Kunst und Kultur wieder Leben ins historische Gemäuer. Seit 1989 hat das kleine jüdische Gotteshaus diese neue Funktion, denn, so Greis: "Es ist ein Mahnmal an kommende Generationen, denn schon heute holt uns die Vergangenheit doch wieder ein." Zahlreiche Menschen, die einst hier beteten, seien von den Nazis ermordet worden.
Derzeit laufen die mittlerweile 22. Kulturellen Tage in Wawern. Klassisches, Singer-Songwriter, Mundart, Nachwuchsmusiker und Komödiantisches geben sich dabei in Wawern ein Stelldichein. Für den "Literamus", den Greis mit Dr. Erwin Otto herausgibt, werden in jedem Jahr Texte von Autoren aus Deutschland, Österreich und Luxemburg gesammelt und ausgewählt. "Es ist so eine Art Kaleidoskop der Gegenwart, mit Zeitgeschehen, Leiden, Freuden und Hoffnungen des Lebens", erklärt der 73-Jährige.
Somit werde die ehemalige Synagoge zum Synonym für Aufklärung im Kampf gegen Unrecht, Besserwisserei und ungläubiges Staunen über das, was Menschen denken, fühlen und tun, ein sakraler Raum als Ort der kulturellen Auseinandersetzung. Am 30. Mai steht der Liedermacher Marcel Adam ab 17.30 Uhr in der ehemaligen Synagoge. Am 13. Mai ist der Bassist und Geschichtenerzähler Sven Faller ab 20 Uhr zu Gast und am 24. Mai wird um 19.30 Uhr der neue Literamus vorgestellt (Karten über Ticket-Regional).
Man kann alles im Leben schaffen, beweist Sonja Storz

Schweich (doth) Die ehemalige Vorsitzende von Nachbarn in Not, Maria Schuh, ist begeistert: "Es ist mir eine Herzensangelegenheit, Sonja Storz für den Respekt-Ehrenamtspreis vorzuschlagen." Die engagierte, selbstständige Entertainerin steht viel am Mischpult, macht Musik, aber nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch zum Helfen. "Helfen kann jeder zu jeder Zeit", lautet Storz' Devise. Und das ist es, was sie antreibt.
Eigene Schicksalsschläge hat sie bewältigt, ist heute eine glückliche Mutter, die weiß, dass sie alles schaffen kann. Und das will sie mit Hilfsaktionen untermauern. Menschen in Not sollen Hilfe erfahren, aktuell mit der Organisation eines Benefizkonzertes für das Hospiz in Trier.
Deshalb hat sie "Music for Help" ins Leben gerufen. Unermüdlich sucht sie Sponsoren und konnte schon namhafte Künstler überzeugen, sie dabei zu unterstützen. Zahlreichen Menschen konnte schon geholfen werden, darunter auch vier Kindern, die ihre Mutter durch Krebs verloren haben. "Sonja ist auch eine Inspiration für viele, Mut und Kraft aufzubringen, aufzustehen und das Leben zu meistern", findet Maria Schuh. Sonja Storz unterstützt beispielsweise die Aids-Stiftung Trier, den Nachbarn in Not Schweich e.V., rief Aktionen für Flüchtlingskinder ins Leben, kümmert sich um Senioren im Altenheim oder Einzelpersonen und deren Familien, wenn Notlagen eintreten. "Mit mir wünschen sich viele, dass Sonja Storz die Anerkennung beim Respekt-Ehrenamtspreis ausgesprochen wird", wünscht sich Maria Schuh
Seit Jahrzehnten hält Dittmar Lauer Geschichte lebendig

Sonja Storz. Foto: privat
Hans Greis. Foto: HERBERT THORMEYER
Dittmar Lauer. Foto: HERBERT THORMEYER

Kell am See (doth) Wie kann Dittmar Lauer so viele Tätigkeiten, Ämter, Bücher, Schriften und Vereinstätigkeiten nur in seine fast 80 Jahre unterbringen? Diese Frage stellt sich unwillkürlich, wer seine Lebensdaten liest. Bereits in seiner Schulzeit gibt er Schülerzeitungen heraus, ist Schriftführer im Sportverein Hermeskeil. Doch der spätere Architekt entdeckt bald seine größte Leidenschaft: "Seit Jahrzehnten interessiere ich mich für die regionale Geschichte im Trierer Land und im Hochwald."
Die ehemalige Freie Reichsherrschaft Dagstuhl und der Trierer Erzbischof Philipp Christoph von Sötern sind seine Spezialgebiete. Noch bekannter wurde Lauer mit seiner Hexenforschung, bei der er auch an der Universität Trier mitarbeitet. Ein eigenes Hexenmuseum in Grimburg ist das Ergebnis, das den Besuchern diese Form der Verfolgung plastisch und drastisch vor Augen führt. Gefragt, wie viele Bücher er schon geschrieben hat, sagt Lauer: "So 20 bis 30, genau weiß ich das gar nicht." Bei den Fachaufsätzen hat er längst aufgehört zu zählen.
Doch das alles genügt diesem äußerst aktiven Rentner nicht, der auch seit vielen Jahren kommunalpolitisch Akzente setzt: "Ich betreute noch etliche syrische Familien. Vier Familiennachzüge waren schon erfolgreich." Außerdem gilt Lauer als Erfinder der Hochwälder Kartoffeltage und hat damit selbst ein Stück Heimat etabliert. "Ein Leben ohne Engagement geht nicht", fügt er noch im Gespräch mit dem TV hinzu. Aber, es geht ihm immer nur um die Sache.