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Wespen vertreiben: Mit welchen Mitteln kann man sich wehren?

Natur : Wespen: Wie man sie am besten vertreiben kann - und warum sie wichtig sind

Länglich, schwarz-gelb-gestreift und für viele nervig: Wespen treiben in diesem Jahr besonders früh ihr Unwesen. Wir haben bei einer Imkerin aus Trier nachgefragt, warum so viele Tierchen unterwegs sind und was sie vom Esstisch fernhält.

Die Sonne scheint, es ist angenehm warm, der Tisch im Garten ist gedeckt. Auf den Tellern liegen Stücke frischen Zwetschgenkuchens und duften verheißungsvoll. Aber da – ein bedrohlich klingendes Summen, ein schwarz-gelber kleiner Körper mit Flügeln blitzt auf, und schon sitzt die erste Wespe auf dem Kuchenstück.

Wer kennt eine derartige Situation im Sommer nicht. Und in diesem Jahr scheinen die Insekten besonders früh dran zu sein. Ist das wirklich so – und warum? Wir haben bei Imkerin Nicole Hennecke aus Trier nachgefragt.

Warum sind die Wespen in diesem Jahr besonders früh dran?

Das Wetter war in diesem Frühjahr besonders warm und trocken. Beste Voraussetzungen für die Wespen, die im April und Mai auf Nistplatzsuche gehen. Die schwarz-gelben Insekten konnten sich so besser und früher entwickeln als beispielsweise im vergangenen Jahr und sind 2022 etwa zwei Wochen früher dran als sonst.

Außerdem sorgt die derzeitige Trockenheit dafür, dass das Futterangebot in der Natur für die Wespen abnimmt. Deswegen stürzen sich die Tierchen vermehrt auf das Essen der Menschen, zum Beispiel auf Steak, Kuchen oder süße Getränke.

Wie kann man Wespen fernhalten?

Um Wespen fernzuhalten, ohne sie gleich zu töten, kursieren Abertausende von Möglichkeiten. „Die Frage ist, was hilft bei einem persönlich“, sagt Nicole Hennecke. Einige zum Beispiel kommen gut damit klar, einen Extra-Teller mit Essen zu machen, an den die Wespen gehen können. „Dann muss man aber halt auch damit rechnen, dass sich das unter den Wespen herumspricht“, meint die Imkerin.

Andere sprühen aus einer Sprühflasche Wasser auf die Tierchen, damit sie denken, es regnet, und verschwinden. „Da ist halt dann die Frage, wie nass der Tisch danach ist“, meint Hennecke und lacht. Eins kann sie aber mit Sicherheit sagen: Eine Nestattrappe aufzuhängen, wie es sie mancherorts zu kaufen gibt, sei Blödsinn. Dadurch lassen sich die Wespen nicht abhalten. Wenn die kleinen Tierchen trotz allem da sind, ist vor allem eines wichtig: „Das A und O, so schwer es fällt, ist Ruhe bewahren.“

Wer ein Wespennest im Haus oder Garten entdeckt, solle am besten zu einem Fachmann Kontakt aufnehmen, damit der einschätzen kann, worum es sich genau handelt und was getan werden muss. Vielleicht kann das Nest so bleiben, wie es ist. Vielleicht sind nur leichte Veränderungen notwendig, zum Beispiel eine Flugumleitung, damit die Tiere an einer anderen Stelle aus dem Nest fliegen. Möglicherweise muss das Nest auch umgesiedelt werden.

Vor einem warnt Nicole Hennecke: „Auf keinen Fall sollte man in den Baumarkt gehen und sich mit unzähligen Giftflaschen bewaffnen. Damit schadet man auch der eigenen Gesundheit.“ Sie rät, sich als erstes an den Naturschutzbund (Nabu) zu wenden.

Wozu brauchen wir eigentlich Wespen?

Wespen können ganz schön nervig sein – letztendlich haben sie aber einen großen Nutzen. Zum einen bestäuben sie wie Bienen Pflanzen. Zum anderen sind sie die „Gesundheitspolizei“: Sie sammeln tote Insekten ein. Und nicht zuletzt sind Wespen auch Schädlingsbekämpfer, sie schaffen zum Beispiel Raupen oder Läuse als Futter in ihre Nester.