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Wie der neue Nationalpark Hunsrück zusätzliche Touristen anlocken kann

Wie der neue Nationalpark Hunsrück zusätzliche Touristen anlocken kann

Mehr Touristen, Jobs und Umsätze: Dieses Potenzial sieht eine vom Land beauftragte Tourismus-Studie mittelfristig für den Nationalpark Hunsrück-Hochwald – vorausgesetzt, einige Mängel in der Region würden behoben.

Im Herbst soll im Landtag der Staatsvertrag zwischen Rheinland-Pfalz und dem Saarland für den Nationalpark Hunsrück-Hochwald beschlossen werden. Pfingsten 2015 soll er eröffnet werden. Landesumweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) sagt: "Es wird kein Tor aufgehen und es zeigt sich eine Wunderwelt." Nur mit harter Arbeit und konsequenter Weiterentwicklung, bei der alle Akteure vor Ort mitmachten, lasse sich binnen zehn Jahren "ein Schatz heben", sagt auch Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) Das zeigt eine Studie der Hochschule München, die neben einer Bestandsaufnahme vorhandene Angebote bewertet und ein Konzept mit Empfehlungen liefert.

Verfasser des Gutachtens ist Professor Thomas Bausch. Der Tourismusforscher sagt, die Region müsse den Natur- und Kulturraum als Chance nutzen. Die maßgebliche Zielgruppe seien Menschen, die von der Kulisse des Hochwald zum Wandern, Radfahren und Naturerleben profitieren wollten. Auch die attraktive Geschichte der Kelten und Römer spiele eine Rolle.

Um das Potenzial von 110.000 Übernachtungen und 240.000 Tagesbesuchern zusätzlich im Jahr zu nutzen und den prognostizierten Nettoumsatz von 10,3 Millionen Euro zu erzielen, müssten Defizite wie die geringe Zahl von Qualitätsunterkünften, der schwache öffentliche Nahverkehr und das ungünstige Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zu anderen Nationalparks behoben werden. Echte Glanzpunkte fehlten .

Die Landesregierung will nun mit Fördergeld helfen, Wanderwege zu verbessern, Dorfbilder zu entwickeln und den öffentlichen Nahverkehr zu erweitern. Ferdinand Ledwig von der Bürgerinitiative "Ja zur Natur - Nein zum Nationalpark", glaubt dennoch nicht an die Prognosen. "Die touristische Wirkung wird völlig überschätzt", sagt er.Mehr zum Thema

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