Wie E-Autos durchstarten sollen

Wie E-Autos durchstarten sollen

Die Grünen im Land setzen auf Ladestationen, Tesla baut ein günstigeres Modell.

156 reine Elektroautos brausen nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes durch Trier, 1423 durch Rheinland-Pfalz und etwa 34.000 durch Deutschland. Das ist weit entfernt von dem ursprünglich ausgegebenen Ziel von einer Million E-Autos, die nach dem längst verworfenen Wunsch von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Jahr 2020 auf den deutschen Straßen fahren sollten.

Nun sollen die Stromer neuen Schwung kriegen - auch durch ein Positionspapier der Grünen-Fraktion in Rheinland-Pfalz. Die Landtagsabgeordnete Jutta Blatzheim-Roegler aus Bernkastel-Kues nennt den Ausbau der Infrastruktur das A und O. Ihr Vorschlag: "Es sollte möglich sein, in Rheinland-Pfalz im Umkreis von zehn Kilometern eine öffentlich zugängliche Ladesäule zu installieren."

Das FDP-geführte Verkehrsministerium teilt mit, dass die Entwicklung der Ladeinfrastruktur dem Bedarf bereits jetzt sogar vorausgehe. Welche Dichte erforderlich sei, hänge an der Reichweite der Autos, dem Ladeverhalten der Nutzer und daran, wo die entsprechenden Wagen fahren, sagt Ministeriumssprecherin Susanne Keeding. Wenig sinnvoll sei "eine Ladestation freischwebend mitten im Feld, im Wald oder zwischen Wiesen". Eine Kostenschätzung zum Grünen-Vorschlag gibt Keeding nicht ab, sagt aber, dass eine einfache Ladesäule rund 10.000 Euro koste und Rheinland-Pfalz 7130 Kilometer Landstraße habe.

293 öffentlich zugängliche Ladestationen gibt es derzeit im Land, 186 Schnellladesäulen sind mit Bundesmitteln in der Planung. Nur 938 Rheinland-Pfälzer haben dagegen bislang die Bundesprämie abgerufen, die beim Kauf eines reinen E-Autos 4000 Euro Nachlass gewährt und 3000 Euro bei einem Hybriden. Der Markt will die Stromer nun günstiger und massentauglich produzieren: Volvo will ab 2019 nur noch auf E-Autos setzen. Tesla, das Anfang des Jahres das Grohmann-Werk in Prüm übernahm, hat mit der Produktion des Model 3 begonnen.

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