Wie Rosenmontag

Wird die größte Rave-Party Deutschlands verboten? Geht es nach der Polizei, dann dürfte "Nature One" im Hunsrück nicht mehr stattfinden. Grund: Noch nie wurden so viele Drogen bei der Party sichergestellt wie in diesem Jahr.

Kastellaun. "Dann müsste man Rhein in Flammen oder den Rosenmontagszug auch verbieten." Nikolaus Schär kann die Aufregung um das Techno-Festival "Nature One" nicht verstehen. Werde es verboten, wie die Polizei nun fordert, dann verlagere sich das Drogenproblem, sagt der Veranstalter der größten Techno-Party Deutschlands. "Dann dröhnen sich die Fans eben sonst wo zu." Man arbeite seit Jahren eng mit der Polizei zusammen, weise auf den Eintrittskarten, Handzetteln und im Internet darauf hin, dass Drogen auf der Party tabu seien. Werde jemand auf dem fast 40 Hektar großen Gelände mit Drogen erwischt, müsse er das Festival verlassen. Doch offenbar scheint das die wenigsten der 50 000 Besucher zu beeindrucken. Die Polizei geht davon aus, dass mindestens jeder dritter Besucher unter Drogeneinfluss stand. Vor allem die zunehmenden LSD-Funde bereiten den Fahndern Sorgen. Dass bei einigen Besuchern gleich mehrere Trips gefunden wurden, deutet darauf hin, dass der gefährliche Stoff auf dem Gelände verkauft wird: "Nur wo ein Markt ist, sind auch Händler", sagt ein erfahrener Rauschgiftermittler. Laut Schär soll es in den nächsten Tagen Gespräche mit der Polizei geben, wie man das Drogenproblem in den Griff bekommen kann. Nächstes Jahr soll es noch schärfere Kontrollen auf dem Gelände geben. Denn für Schär ist klar: Auch 2008 wird es "Nature One" geben.